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Lieber daheim bleiben
Dafür steigen sie mühsam die Treppen im Haus rauf und runter; dafür schleppen sie schwere Ölkannen aus dem Keller zu den Öfen. In die Badewanne trauen sie sich nicht mehr hinein, denn die ist so rutschig. "Aber Waschen reicht ja auch. Früher hat man sowieso nicht täglich geduscht", heißt es dazu. Der Weg zur Bushaltestelle ist weit, aber daran können sie nichts ändern. Bei schlechtem Wetter verzichten sie halt auf den Einkauf. Irgend etwas zu essen findet sich ja immer. Früher, mit dem Auto, da war das alles kein Problem.
Neuerdings machen sie sich aber doch Sorgen: Er hat "mit dem Herzen zu tun", und wenn es ihm eng wird in der Brust, dann fragt er sich schon, ob er es im Notfall noch bis zum Telefon schaffen würde. Also haben die beiden es sich überlegt, das mit dem Heim. Und sie kamen zu dem Schluss: So weit sind wir noch nicht.
Bewusst entscheiden
Damit so ein Umzug gelingen kann, empfiehlt der Diakon: "Es muss jeder für sich entscheiden, wann der Umzug eine Steigerung der Lebensqualität mit sich bringt." Er fragt also nicht nach dem Zwang, sondern dem Wunsch, es im Alter möglichst schön zu haben. Lift statt Treppen, Zentralheizung, seniorengerechte Duschwanne, dazu allerhand Handreichungen vom Glühbirnen Einschrauben über das Putzen und Kochen bis zur Krankenpflege in den eigenen Räumen, falls die Grippe jemanden ins Bett zwingt. Sollte ein Bewohner körperlich immer kränker und wirklich auf Dauer pflegebedürftig werden, dann kann er trotzdem in seiner (neuen) Wohnung bleiben.
Trends in Bayern
Pfarrer Klaus Meyer, der zuständige Abteilungsleiter und Vorstandsmitglied beim Diakonischen Werk Bayern (Nürnberg) bestätigt, dass der unterfränkische Heimleiter im bayernweiten Trend liegt: "Die Heime sind auf dem Weg zum 'Hotel inklusive Pflege'. Ich wohne da, bin mein eigener Herr und genieße den Service des Hauses vom Gästezimmer für Angehörige bis zur Hilfe bei Behördengängen."
Die Häuser würden sich auf drei Entwicklungen einstellen. Erstens: Das Alter derer, die aus gesundheitlichen Gründen in ein Pflegeheim ziehen müssen, steigt an. Zur Zeit liegt es zwischen 85 und 86 Jahren. Zweitens: Die Zahl der Bewohner, die an Desorientiertheit leiden, steigt an. Drittens: Die Häuser sind offener und vielfältiger als früher. Wer sich überlegt, ob eine Kombination aus Wohnung und Service sein Leben leichter machen kann, der sollte nicht nur ein Haus anschauen. Frank Nie
Etwas Vorwurfsvolles drängt sich in meine Beziehung zu Gott. Ich bin nicht einverstanden. Innerlich distanziere ich mich von ihm. Das heißt, die Missgunst gegenüber dem Nächsten zieht die Frömmigkeit in Mitleidenschaft. Der unbefangene, vertrauensvolle Aufblick zu Gott gelingt nicht mehr.
In diesem Augenblick blinkt im Wort Gottes sozusagen eine Warnleuchte auf. Wer noch mit Gott im Gespräch ist, wird aufmerksam gemacht, dass er eine Gefahrenzone betritt. "Die Sünde lauert vor der Tür". Liest man diese Formulierung, denkt man an ein Raubtier, das vor der Tür liegt, gierig nach Beute. In einer Wildlife-Lodge im tansanischen Nationalpark der Serengeti-Steppe, wo nachts wilde Büffel und Löwen um die Bungalows streifen, werden die Gäste streng ermahnt, keinesfalls einen Fuß vor die Tür zu setzen. Niemand darf das Gebäude verlassen. Wer durch die Tür geht, muss sofort in ein bereitstehendes Fahrzeug einsteigen. Hinter jedem Busch kann ein Raubtier auf der Lauer liegen oder sich lautlos anschleichen. Unvorsichtige Touristen wären den Wildkatzen eine leichte Beute.
So warnt Gott Kain: Tritt nicht über die Schwelle! Du bist dabei, dich in eine Gefahrenzone zu begeben. Hüte dich!
Wenn ich nicht zufrieden bin, wie Gott mit mir und anderen verfährt, dann bin ich im Begriff, die Schutzzone zu verlassen. Ich bin nicht einverstanden, dass Gott jemand gnädiger ansieht, als er es in meinen Augen verdient hat, und dass er mich weniger gnädig behandelt, als es mir, meiner Ansicht nach, zustünde. Missstimmung kommt auf. Das Verhältnis zu Gott ist nicht mehr gut, es ist gestört. Das spürt man selbst.
Wer aber den geschützten Raum des Gottvertrauens und der Liebe zu Gott unmutig und vorwurfsvoll verlässt, mit dem hat die Sünde leichtes Spiel. Kain war schon draußen. Gottes Wort ging an ihm vorbei. Er fädelte es geschickt ein und kühlte seinen Mut an dem beneideten Bruder Abel. Dabei floss Blut.
Das schrie zum Himmel. Und Kain, von dem Raubtier Sünde angefallen, musste gestehen: "Meine Schuld ist größer, als dass man sie tragen könnte" (Vers 13). Er blieb am Leben, aber ging "hinweg von dem Angesicht des Herrn" (Vers 16).
Die Warnung gilt nach wie vor.
Aber seit Jesus besteht Hoffnung für die, die sie leichtsinnig in den Wind geschlagen haben, wie Kain. Sie können zurückkommen vor das Angesicht Gottes. Jesu Blut "redet besser, als Abels Blut" (Hebräer 12, 24). Es erwirkt Vergebung. Da wird man den Fängen des Raubtiers, das einen schon verletzt hat, schließlich doch noch entrissen.
Pfarrer Wolfhart Schlichting,
Wir beten:
Lied 389: Ein reines Herz, Herr schaff in mir
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