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Lebendige Gemeinde
"Ich habe das Gefühl, noch etwas bewirken zu können", meint Elisabeth Wüllerich aus dem unterfränkischen Obbach (Landkreis Schweinfurt). Deshalb kandidiert die 51-jährige Hausfrau wieder für den Kirchenvorstand ihrer Gemeinde. Seit 1976 gehört sie dem Gremium an. Erst als Mitglied des erweiterten Kirchenvorstandes, seit sechs Jahren als Vertrauensfrau. Die "besondere Gemeinschaft" im Leitungsgremium motiviere auch zu weiterer Mitarbeit.
Die dreifache Mutter, die auch als Gemeindehilfe und Mitarbeite-rin im Kindergottesdienst aktiv ist, möchte sich als Kirchenvorsteherin dafür engagieren, "dass es eine lebendige Gemeinde bleibt". Dem Kirchenvorstand komme die besondere Aufgabe zu, "den Karren Gemeindearbeit zu ziehen".
Neuer Schwung in Gemeinde
Weil er die Arbeit des Kirchenvorstandes kennen- und schätzen gelernt hat, ist Jürgen Meiling aus Wunsiedel (Fichtelgebirge) zu weiterer Mitarbeit bereit. "Ich kandidiere gerne, weil es durch den neuen Dekan und durch neue Pfarrer eine positive Entwicklung in der Kirchengemeinde gibt", erklärt der 44-jäh-
rige Bergbauingenieur. Im Kirchenvorstand würden jetzt mehr thematische Schwerpunkte besprochen wie zum Beispiel Gottesdienst oder Konfirmandenarbeit. Früher hätten Finanz- und Verwaltungsangelegenheiten im Vordergrund gestanden.
Herz schlägt für Jugendarbeit
Die Entscheidung, erstmals für den Kirchenvorstand zu kandidieren, hat sich Renate Stäbler aus Lauf (Landkreis Nürnberger-Land) nicht leicht gemacht. "Ich habe es lange überlegt, weil ich viele Aufgaben habe", sagt die Mutter von vier Kindern. Ehrenamtlich engagiert sie sich in der Jugendarbeit. Einmal in der Woche findet ein Mädchenkreis des Christlichen Vereins Junger Menschen (CVJM) bei ihr zuhause statt. Zudem organisiert sie beim CVJM-Landesverband Bayern große Freizeiten und Veranstaltungen. In Lauf engagiert sich die 48-Jährige im Jugendgottesdienstteam der Kirchengemeinde.
Weil ihr die Jugendarbeit am Herzen liegt, hat sich Renate Stäbler als Kandidatin für die Kirchenvorstandswahl am 22. Oktober aufstellen lassen: "Mein Anliegen ist es, dass Jugendliche einen Bezug zur Kirche bekommen."
Gemeindeleben mitgestalten
Friedrich Stahl aus dem westmittelfränkischen Hornau (Landkreis Ansbach) stellt sich als Kandidat für die Kirchenvorstandswahl zur Verfügung, weil er aktiv das Gemeindeleben mitgestalten möchte. Für den 41-jährigen Polizisten ist es eine gute Möglichkeit, seinen Glauben zu bekennen.
Ehrenamtliche stärken
Dorothea Marquardt stellt sich im niederbayerischen Landshut zur Wahl für den Kirchenvorstand. Die verheiratete Diplom-Psychologin, die von verschiedenen Seiten vorgeschlagen wurde, hat lange überlegt, ob sie sich aufstellen lassen soll.
Ausschlaggebend war für die 34-Jährige letztendlich ihr Wunsch, ihre Beziehung zu Gott wechselseitig zu gestalten: "Mein Glaube soll ein Nehmen und ein Geben sein." Sie möchte nicht nur "konsumieren", sondern sich in ihrer Kirchengemeinde einbringen.
Reizvoll ist für sie die aktive Mitgestaltung, das Zusammenarbeiten ganz unterschiedlicher Menschen, die ein gemeinsamer Beweggrund verbindet. "Wenn verschiedene Persönlichkeiten mit ihrem ganz eigenen Profil mitarbeiten, entsteht eine vielfältige Kirchengemeinde."
Christliches Zeugnis wichtig
Als Pensionär will Eberhard Pabst aus München die Hände nicht in den Schoß legen. Mit 70 Jahren kandidiert er erneut für den Kirchenvorstand in der größten evangelischen Gemeinde Südbayerns. Seit 1970 gehört der frühere Sicherheits-Fachmann für Datenverarbeitung bereits dem Leitungsgremium der Münchner Christuskirche an. Ihm liegen besonders die Verkündigung und das Glaubenszeugnis in einer entchristlichten Gesellschaft am Herzen. Nicht wenige Menschen glaubten zwar an einen "irgendwie gearteten Gott". Doch Jesus als den Erlöser zu akzeptieren, falle vielen Zeitgenossen schwer.
Anliegen des Pensionärs ist, dass die Kirche die Botschaft von Jesus Christus deutlich und in der Sprache der heutigen Zeit verkündigt. Deshalb möchte sich Pabst weiter im Gottesdienstausschuss seiner Gemeinde und der Hauskreisarbeit engagieren.
Not, Elend und Vertreibung aus der Heimat gehören leider nicht der Vergangenheit an. An vielen Orten unserer Welt sind sie nach wie vor an der Tagesordnung. Da geht es um Macht, um wirtschaftliche Einflussbereiche, oft auch um Rache. Die Gräueltaten im ehemaligen Jugoslawien sind nur ein grausames Beispiel dafür. Und die Menschen dort? Sie haben oft keine Zukunft, keine Perspektive, sie gehen einer ungewissen Zukunft entgegen.
Als Gottes Wort an Abraham erging (zu der Zeit hieß er noch Abram), wusste auch er nicht, was ihn erwarten wird. "Geh aus deinem Vaterland" sagte Gott zu ihm, "in ein Land, das ich dir zeigen werde." Gott sagte ihm nicht, was ihn er-warten wird. Vielleicht deshalb, weil Abraham ihm dann vermutlich nicht gehorcht hätte. Die weitere Geschichte mit Abraham zeigt es ja: Ihm bleibt nichts erspart! Auch er muss sämtliche Zelte abbrechen, muss seine ganze Verwandtschaft zurücklassen, was zur damaligen Zeit ein überaus großes Risiko war. Und der Weg, den er gehen musste, war alles andere als leicht. Auch wir müssen immer wieder aufbrechen. Heraus aus den alten Verhältnissen in eine ungewisse Zukunft. Was daraus wird, das wissen wir erst, wenn wir uns darauf eingelassen haben. Gut, dass wir nicht in die Zukunft sehen können! Und auch gut, dass Gott uns nicht sagt, was auf uns zukommt…
Für Abraham lag die Zukunft im Dunkeln. Er zeigte großes Vertrauen: Er vertraute sich Gottes Führung an und er vertraute auf seine Verheißungen: "Du sollst ein Segen sein." Gott verhieß ihm aber nicht, dass es ihm immer gut gehen würde. Er sagte nicht zu ihm: "Du wirst ein sorgenfreies Leben haben." Aber Gott sagt dem Abraham sein Da-bei-Sein zu. "Ich will", sagt Gott, und das klingt fast wie ein Donnerschlag: Es ist das absolute Versprechen Gottes dabei zu sein.
Versprechungen werden allerorten gemacht. Meistens wird uns ein sorgenfreies Leben versprochen, eine heile Welt vorgegaukelt. Oder es wird uns weisgemacht, wenn wir dieses oder jenes Produkt kaufen würden, dann wären wir die glücklichsten Menschen. Hinterher ist dann die Enttäuschung jedoch oft sehr groß. Gott macht keine leeren Versprechungen, er gaukelt uns keine heile Welt vor. Gott sieht unser Leben, wie es ist, mit allen seinen Höhen und Tiefen. Und da will er bei uns sein, in allem, wohin uns unsere Wege führen.
Deshalb können wir, trotz mancher schwerer Zeiten, zuversichtlich in die Zukunft gehen: Gott mutet uns nicht mehr zu, wozu er uns auch die Kraft gibt, zu ertragen!
Klaus Wening, Prädikant
Wir beten:
Lied 395: Vertraut den neuen Wegen.
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