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Und jetzt? Was antwortet der fachlich ausgebildete Seelsorger? Er sitzt schließlich nicht "nur" als Mensch wie du und ich am Krankenbett. Er repräsentiert dazu die Kirche und vielleicht sogar Gott; zumindest wird seine Gegenwart den Patienten an Gott erinnern. "Da muss man halt durch!" Was macht der Fachmann bloß mit diesem Satz?
Es gibt keine Modellantwort
Peter Frör, seit 1985 Krankenhauspfarrer im Münchner Großklinikum Großhadern, nennt Sätze wie diesen einen "Banalsatz". Banalsätze sind sachlich immer richtig, aber eben auch flach. Sie nehmen etwas von der Tiefe des Inhalts weg. Sie sorgen dafür, dass das Gespräch unpersönlicher wird. Wer so redet, der sucht Schutz vor zu viel Nähe und Brisanz. Fachlich richtig könnte ein Seelsorger nach Frörs Meinung mit einer deutlichen Stellungnahme antworten, etwa "Mir wäre eine solche Sicht zu wenig." Aber Vorsicht: Es gibt in der Seelsorge keine immer und für jeden richtigen "Modellantwort". Es gibt auch kein Lehrbuch mit dem Titel "1000 mal Trost: Was sage ich, wenn…" - Menschen sind eben keine Automaten, die alle gleich "funktionieren". Zur Seelsorge gehört gerade das Eingehen auf den Einzelnen. Da müssen Feinheiten beachtet werden, sei es die Wortwahl, der Klang der Stimme, ein Blick oder eine Geste. Ist zum Beispiel der Satz: "Da muss ich jetzt durch" - mit direktem Blick in die Augen des Seelsorgers gesprochen - nicht schon eine Bitte, dass er mit dem Patienten jetzt zusammen da durch gehen soll?
Arbeiten mit Protokollen
In der Ausbildung wird immer wieder mit Gesprächsprotokollen gearbeitet. Aus dem Gedächtnis notieren die Seelsorgenden nach dem Gespräch die wichtigsten Passagen wortwörtlich und besprechen sie dann mit ihrem Ausbilder oder in einer Arbeitsgruppe. Die Namen der Patienten bleiben außen vor; und das Seelsorgegeheimnis gilt dabei für die ganze Gruppe.
Fachleute in Beziehungsdingen
"Fachleute in Beziehungsdingen" sollten Seelsorger sein. Wissen, wie es ist und was es bedeutet, Mutter zu sein, oder Vater, und Kind. Sich in Familienbeziehungen auskennen und auch in zwischenmenschlichen Verwicklungen. "Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht!" mit diesem biblischen Wort beschreibt der Krankenhauspfarrer, dass zu einemSeelsorgegespräch auch die Fähigkeit gehört, sich von starken Gefühlen nicht an die Wand drücken zu lassen, sondern handlungsfähig zu bleiben und den Überblick über das Gespräch zu behalten.
An sich selbst arbeiten
Hier sind Fachkenntnisse zu lernen, zum Beispiel eine methodisch saubere Gesprächsführung und psychologisches Wissen. Und hier müssen Seelsorgende immer wieder an ihrer eigenen Person arbeiten. Warum, zum Beispiel, wird der eine völlig hilflos, wenn Frau M. unter Tränen ihre Krebsoperationen aufzählt, und der andere nicht? Warum zuckt der eine zurück, wenn ein Patient im Bett laut und wütend schimpft, und der andere nicht? Die Gründe dafür liegen in der eigenen Lebensgeschichte. Seelsorgende müssen sich selbst gut kennen lernen. Sie müssen begreifen und verinnerlichen, was in solchen gefühlsstarken Situationen mit ihnen passiert. Und immer wieder an sich arbeiten, damit sie eben nicht erstarren oder sich innerlich so weit zurückziehen, dass der Gesprächspartner mit seinen Gefühlen allein im Regen steht.
Frank Nie
Und wer ist, der euch schaden könnte, wenn ihr dem Guten nacheifert? Und ob ihr auch leidet um Gerechtigkeit willen, so seid ihr doch selig. Fürchtet euch aber vor ihrem Trotzen nicht und erschreckt nicht; heiligt aber den Herrn Christus in eueren Herzen.
Ob der Junge Königssohn wurde? Ich denke, wohl kaum. Es gibt noch einen anderen Ausgang der Geschichte: Der König sagt zu dem Jungen: "Komm, du kleiner Dreckspatz. Komm, wie du bist! Ich hab' dich lieb! Steig in meinen Wagen. Du sollst in meinem Schloss leben. Von heute an bist du Königssohn!" Jetzt muss er lernen sich darauf einzustellen. Der Junge wird dem Haushofmeister anvertraut. Der zeigt ihm, was für sein neues Leben wichtig ist. Natürlich fegt der Junge wie wild die Treppen runter, macht auch hier und dort etwas falsch. Er erfährt Korrektur. Aber trotz Fehlverhaltens ist und bleibt er Königssohn. Das Märchen kann uns zum besseren Verständnis des Bibelabschnitts helfen.
Christen sind durch ihren Herrn Jesus Christus in einen neuen Stand versetzt. Die Gefahr besteht, sich mit dem neuen Stand zu begnügen und das alte Leben munter weiter zu leben. Deshalb erinnert uns Gottes Wort: Ihr seid durch Jesus Christus neue Menschen geworden. Nun gestaltet euer Leben auch nach dieser neuen Gegebenheit. Gefragt ist christlicher Lebensstil. Einige hilfreiche Stichworte dafür werden benannt: "Seid eines Sinnes, mitleidig, brüderlich, barmherzig, demütig!" Aber zum Leben in der Spur Jesu gehört noch mehr. Sein Beispiel steht uns vor Augen. Er vergalt nicht Böses mit Bösem. Er setzte die Liebe dagegen. So ging er den Weg der Passion bis zum Kreuz. Es ist Inbegriff der göttlichen Liebe und Schlüssel zum ewigen Heil. Christen sind Licht der Welt. Durch ihr Leben strahlt die Liebe Gottes weiter. Erfahrene Liebe schenkt Kraft, gerade auch jene zu lieben, die uns das Leben schwer machen. Es sind Menschen, die uns Steine in den Weg legen, die uns nichts Gutes gönnen, die uns durch üble Nachrede und Böses Tun schädigen wollen. Nicht Vergeltung, sondern Segnen ist angesagt. "Segnet!" werden wir aufgefordert. Unser Auftrag ist es, ihnen die Liebe Gottes zu bezeugen, Gu-tes in ihr Leben hineinzusagen, für sie zu beten, sie mit den Augen der Liebe als Gottes geliebte Menschen zu sehen. Ist das nicht eine hoffnungslose Überforderung? Stillhalten, den Mund halten, runterschlucken. - Das ist doch schon schwer genug! Warum erwartet der Apostel, dass Christen ihre Feinde segnen? Er gibt selbst die Begründung: "Ihr wisst, dass ihr berufen seid, den Segen zu erben!" Das bedeutet doch mit anderen Worten: Gewöhnt euch endlich an das neue Leben! Ihr seid Königskinder. Jesus hat für euch den Weg zum Leben freigemacht. Eröffnet auch ihr anderen Lebensmöglichkeit. Auch wenn sich Widerstand regt, vertraut Gott und seinem Wort. "Heiligt den Herrn Christus in eueren Herzen."
Michael Wehrwein
Wir beten:
Lied 643: So prüfet euch doch selbst.
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