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Wie viele Ideen, kommt auch die der Tafel aus den USA. Dort wurden bereits vor 37 Jahren die ersten Tafeln gegründet. Das Prinzip "verteilen statt vernichten" machte auch in Deutschland Schule. 1993 wurde in Berlin die erste Tafel in Deutschland gegründet. Fünf Jahre später gab es bereits 100 Tafeln. "Heuer im Juni können wir bereits die 300. Tafel vorstellen", berichtet Jürgen Gessner, Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Tafeln.
Über 15.000 Menschen engagieren sich bundesweit meist ehrenamtlich bei einer Tafel. Aber auch etliche Zivildienstleistende und ABM-Kräfte tragen zum Erfolg dieser Arbeit bei, die übrigens allein durch Sponsoren und Spenden finanziert wird. Zwar sind die meisten Tafeln konfessionsunabhängig, doch oft sind sie einer sozialen, kirchlichen Einrichtung angeschlossen.
"Er hat bei uns vorgesprochen und wir fanden die Idee gleich gut", erzählt Rosy Stengel, Geschäftsführerin der Familien- und Altenhilfe in Schwabach. "Wir sehen ja täglich die Not der Menschen." Angefangen hat es damit, dass die Krankenschwestern und Altenpflegerinnen Lebensmittel zu ihren Patienten mitnahmen. Das ist nach wie vor so geblieben, denn viele ältere Menschen "würden lieber hungern, als sich die Lebensmittel selbst irgendwo abzuholen", berichtet Stengel. Aber das ist längst nicht mehr die einzige Möglichkeit, wie die Lebensmittel unter die Bedürftigen gebracht werden.
Zum einen werden über 15 soziale Einrichtungen, wie das Asylbewerberheim, die Kriegskindernothilfe und die Heilsarmee direkt beliefert. Zum anderen wurde Ende Februar die Wärmestube "Sonneneck" eröffnet. Dort können sich Bedürftige jeden Samstag Vormittag Lebensmittel abholen, vor allem Gebäck, abgepackte Wurst, Milchprodukte, Obst und Gemüse. Manchmal gibt es nur Wurst und Brot - je nachdem was die Tafel von den über 15 Geschäften bekommt. Auch auf Kaffee und Kuchen können sich die Besucher des Sonnenecks einladen lassen. "Bisher waren immer rund 30 Leute da", freut sich Rosy Stengel über den Erfolg.
Besonders wichtig ist ihr, dass das Gebiet nicht zu groß wird. Bevor die Mitarbeiter in anderen Orten Lebensmittel einsammeln und verteilen, will sie lieber eine neue Tafel gründen. Das entspricht ganz dem Verständnis der Bewegung.
Weitere Tafeln gibt es unter anderem in München, Augsburg,
Ingoldstadt, Erlangen, Neustadt/ Aisch und Nürnberg. Seit einigen Monaten ist auch die im November 1999 gegründete Altdorfer Tafel aktiv. Sie ist zuständig für das Nürnberger Land. Die "Läden ohne Kasse" in Lauf, Hersbruck, Altdorf und Feucht funktionieren ähnlich wie das "Sonneneck" in Schwabach. Jeden Samstag Nachmittag können Bedürftige mitnehmen, was sie brauchen.
Gleichzeitig wird in den Läden aber auch Kaffee und Kuchen angeboten. "Wir wollen mit den Leuten ins Gespräch kommen", betont der Theologe Hans Otto Vogler, der als ABM-Kraft die Arbeit koordiniert. "Wir wollen den Menschen im Blick haben und ihn gegebenenfalls weitervermitteln zu anderen sozialen Einrichtungen wie Kleiderkammer oder Beratungsdiensten."
Viel Unterstützung für die Arbeit der Tafel habe er bereits bei den Kirchengemeinden und den Kommunen erfahren. "Aber Mitarbeiter und Sponsoren können wir nach wie vor gebrauchen."
Karin Ilgenfritz
Kolosser 2,15
Die Freude ist es, die unser Leben verändert. Wenn ich mich darüber freuen kann, dass Gott allem, was mein Leben bedrohen und unterdrücken kann, die Macht genommen hat, auch dem, was mir den letzten Atem rauben will, dann werde ich gelassener und zuversichtlicher leben. So ginge von uns eine unwiderstehliche Lebensfreude aus, die mehr ist, als das Bedürfnis nach etwas Spaß und Lust im Leben.
Der Philosoph Friedrich Nietzsche war es, der einmal die Frage stellte: Müssten die Christen nicht erlöster aussehen? Diese Frage ist für mich wie ein Stachel im Fleisch. Ich überlege, ob das Zusammenleben unter uns Menschen, ob unsere Welt nicht anders aussehen würde, wenn mehr "Erlösung" spürbar wäre.
Sind wir nicht noch viel zu sehr gefangen von den unterschiedlichsten Mächten und Gewalten, die wir selbst geschaffen haben und auf ihren Thronen halten? Ich denke an die großen und kleinen Despoten in dieser Welt, die foltern, vergewaltigen und morden (lassen), ohne zur Rechenschaft gezogen zu werden. An die ungeschriebenen Gesetze des Marktes, hinter denen Menschen und deren ganz gezielte Interessen stehen. Sie bringen andere um ihre Existenz und stürzen Millionen in die Arbeitslosigkeit. Und ich denke an die dunklen Kräfte, die über uns Macht gewinnen, wenn Konkurrenz zum erbarmungslosen Kampf wird oder Schuldiggewordene durch rücksichtslose Aufklärung bloßgestellt werden. Gnadenlose Machtkämpfe ohne Ende; unerlöst von unserer Lebensangst.
Gott möchte, dass wir aus der Freude und nicht aus der Angst heraus leben. Österliche Freude: Sie gründet sich in dem Sieg Gottes über die Gewalten. Sie macht uns mutig und einsatzfreudig, dem Leben zu dienen. Dazu gibt es viele große und kleine Beispiele bekannter und unbekannter Christen.
Ein für mich besonders wichtiges Zeugnis ist die sogenannte "Barmer Erklärung", die den österlichen Geist atmet und sich im Dritten Reich mutig gegen den Allmachtsanspruch der nationalsozialistischen Ideologie wandte: "Durch Jesus Christus widerfährt uns frohe Befreiung aus den gottlosen Bindungen dieser Welt zu freiem, dankbaren Dienst an seinen Geschöpfen. Wir verwerfen die falsche Lehre, als gebe es Bereiche unseres Lebens, in denen wir nicht Jesus Christus, sondern anderen Herren zu eigen wären". (EG 907.2)
Pfarrer Friedemann Preu
Wir beten:
Lied 123: Jesus Christus herrscht als König
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