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Hier lesen Sie das Thema der Woche, das sich auf der Seite 3 der aktuellen Sonntagsblatt-Ausgabe befindet, und die wöchentliche Andacht. (Heft 15)

Geld ist nicht die ganze Fülle des Reichtums

Thema 15"Bei uns war so ein Anlege-Hai, der ist genauso aufgetreten, wie man es sich vorstellt. Beinahe hätte er es auch geschafft, uns über den Tisch zu ziehen", erzählt Angelika Wiederanders aus Steinsfeld (Dekanat Rothenburg). Glücklicherweise haben sie und ihr Mann die Angebote des vermeintlichen Vermögensberaters von anderen Fachleuten überprüfen lassen, die sie vor einem Vertragsabschluss warnten.
"Weil uns dieser Herr darauf aufmerksam gemacht hat, dass wir zu viel Steuern zahlen, haben wir überlegt, an wen wir uns dann wenden können", schildert Pfarrer Jay Wiederanders. Durch Anzeigen in christlichen Zeitschriften und durch Freunde wurden die beiden auf Plansecur aufmerksam. "Außerdem hatten meine Eltern gute Erfahrungen mit einem Vermögensberater von Plansecur gemacht", berichtet die Pfarrfrau, die anfangs dachte, die Beratungsfirma sei nur "etwas für Reiche, die 'ne Million haben". Aber sie wurde eines Besseren belehrt.
Besonders auffallend war für das Ehepaar Wiederanders, dass sie nicht gleich gefragt wurden, was sie möchten. Zuerst verschaffte sich der Berater einen Überblick über bereits vorhandene Versicherungen, Bausparverträge und andere Formen der Vorsorge. "Der Mitarbeiter wollte wissen, ob die sogenannte Grundabsicherung gewährleistet ist, bevor er sich dem Vermögensaufbau zuwendet." Erst dann fragte der Berater nach, wofür die Familie ihr Geld verwenden wolle. Er entwarf ein Konzept, mit dem das Ehepaar sehr zufrieden war. "Er hatte alles im Blick und wir hatten nicht den Eindruck, er will uns etwas aufdrängen."

Christlich-ethische Werte

Das Ehepaar Wiederanders hat erlebt, wie die vom Plansecur-Gründer Klaus Dieter Trayser entwickelte Firmenphilosophie in die Praxis umgesetzt wird. Der 61-Jährige gründete das Unternehmen 1986 mit dem Ziel, dass Mitarbeiter ihr Christsein auch in einem Beruf wie Vermögensberater leben können. "Ein christliches Unternehmen führen zu wollen, ist ebenso Unfug, wie sich mit einer christlichen Zahnbürste die Zähne putzen zu wollen", so ein Ausspruch Traysers. Es gebe kein christliches Unternehmen, sondern nur Christen in einem Unternehmen, wie das bei Plansecur der Fall ist. Zu den christlich-ethischen Werten, an denen sich die Mitarbeiter orientieren, gehören Aufrichtigkeit, Verlässlichkeit, Glaubwürdigkeit und gute Beziehungen. "Wir achten das Recht des anderen und die Gesetze der Obrigkeit."
So sollen die Kunden nicht manipuliert oder gar über's Ohr gehauen werden. Das Besondere an dem als Kommanditgesellschaft gegründeten Unternehmen ist, dass nur Berater, die bereits drei Jahre mitarbeiten, Gesellschafter werden können. Von den rund 200 Vermögensberatern sind etwa 65 Gesellschafter. Plansecur ist ein Konzern unabhängiges Unternehmen.
Dass dieser Verkaufsdruck wegfällt war für Wilfried Cramer aus Meinheim (Dekanat Gunzenhausen) einer von mehreren Gründen, bei Plansecur anzufangen. "Ich wollte meinen Glauben auch im Beruf leben und das ist im Bereich der Wirtschaft nicht immer ganz einfach", schildert der 37-Jährige, der seit knapp zwei Jahren dabei ist.
Auch das Arbeiten im Team ist ihm wichtig. Er erklärt die Arbeitsweise: "Jedes Konzept, das ich für einen Kunden ausarbeite, wird in einer Gruppe von vier bis sieben Beratern durchgesprochen." Cramer schätzt diese Arbeitsweise. "Jeder von uns hat einen anderen Hintergrund. Der eine kennt sich mit Bausparverträgen besser aus, der andere hat mehr Ahnung von steuerlichen Belangen, so wie ich. Wir können uns in diesen wöchentlichen Besprechungen viel gegenseitig helfen." Zugleich sind diese Treffen auch eine Kontrolle, dass nicht ein Berater seine Kunden "abzockt".
Der Steuerfachmann und Vermögensberater betont, "wir sind Berater, keine Verkäufer". Dabei stehe immer der Mensch im Vordergrund und nicht das Geld. "Wir wollen zufriedene Kunden, die sich nicht nur einmal von uns beraten lassen, sondern im Idealfall dauerhaft bei Plansecur bleiben."
Nach Cramers bisherigen Erfahrungen sind die Kunden mit den Leistungen der Beratungsfirma mit dem besonderen Zuschnitt zufrieden. "Das zeigt auch die geringe Stornoquote der bei Plansecur abgeschlossenen Verträge von 0,4 Prozent." Der übliche Durchschnitt anderer Unternehmen liege bei rund 6 Prozent. "Das ist ein eindeutiges Zeichen für die Qualität unserer Beratung." Seine Maxime in der Beratung ist immer die Frage, was er in der Situation des Kunden tun würde. Er sehe es als seine Verantwortung, darauf zu achten, dass immer Reserven vorhanden sind und nicht alles Geld fest gebunden ist.

Geld ist kein Maßstab

"Beraten wird jeder", betont Cramer, "egal wieviel Geld jemand hat." Dabei denkt der Meinheimer an die Aussage Traysers: "Geld ist nicht die ganze Fülle des Reichtums. Es ist ein guter Diener, aber ein schlechter Herr." Geld eigne sich nur als Wertmaßstab für Gegenstände, kein Mensch dürfe daran gemessen werden, wieviel Geld er besitzt. Davon ist der Berater überzeugt.
Noch ein Aspekt ist speziell an Cramers Arbeitsweise interessant. "Wir sehen den ganzen Menschen", erklärt er. Deshalb ist er auch in Verbindung mit einem biblisch-therapeutischen Seelsorger, den er schon gelegentlich einem Kunden empfohlen hat. "Oft sind Geldschwierigkeiten Auslöser für Eheprobleme." Die Menschen sind dann dankbar, wenn sie jemanden finden, an den sie sich mit ihrem Beziehungsproblem wenden können."

Karin Ilgenfritz


Ein Blick genügt

Der Herr sandte feurige Schlangen unter das Volk, dass viele aus Israel starben. Da kamen sie zu Mose und sprachen: Bitte den Herrn, dass er die Schlangen von uns nehme. Und Mose bat für das Volk. Da sprach der Herr zu Mose: Mache dir eine eherne Schlange, und richte sie an einer Stange hoch auf. Wer gebissen ist, und sieht sie an, der soll leben. Da machte Mose eine eherne Schlange und richtete sie hoch auf. Und wenn jemanden eine Schlange biss, so sah er die eherne Schlange an und blieb leben.

4. Mose 21, 6-9

Andacht 15Dieses Wüstenwunder hat die Kinder Israel so beeindruckt, dass sie die eherne Schlange mitnahmen, sie im gelobten Lande aufstellten und möglicherweise anbeteten. König Hiskia, der die Gebote sehr streng beachtete, ließ sie zerstören.
Heute steht auf dem Berg Nebo in Jordanien eine Nachbildung der ehernen Schlange. Christliche Gruppen feiern dort Gottesdienst. Auch Israelis kommen herüber, seitdem sie das Ostjordanland problemlos besuchen können. Hier werden sie an den Wüstenzug ihres Volkes erinnert: Keiner, der aus Ägypten auszog, durfte das Land, in dem Milch und Honig fließen, betreten. Nicht einmal Mose.
Der Grund: Sie alle hatten gesündigt. Man kann es auch so sagen: Mensch-Sein heißt Sünder-Sein. Unser Leben ist begrenzt. Wir sind des Todes. Gibt es hiervon Erlösung? Gibt es wenigstens Befreiung aus der Angst, die uns beschleicht? Ich elender Mensch. Wer wird mich erlösen von diesem todverfallenen Leibe?

Die Kinder Israel hatten Grund, bei allen Nöten auch sorglos zu sein. Denn sie konnten sagen: Wir haben unseren Mose. Wie ein Vater nahm er dem Volk die Angst, teilte Trost und Segen aus. Auch seine Strafen wurden akzeptiert. Wir Heutigen haben Mose nicht mehr. Doch wir haben ein besonderes Verständnis der Geschichte von der Schlange aus Erz, die an einer Stange oder an einem Querholz hängt: Christus ist für uns erhöht. Zu ihm aufzuschauen sind wir oft eingeladen: beim Betreten einer Kirche, beim Vorbeigehen an einem Feldkreuz, in Klassenräumen, Gerichtssälen, in manchen Amtszimmern und Wohnstuben.

Die von Schlangen gebissenen Menschen damals blieben am Leben, auch wenn sie wenige Jahre danach sterben mussten. Das Kreuz Christi sagt jedem und jeder Einzelnen von uns: Das ewige Leben ist dir versprochen. Der hier starb, hat es für dich erwirkt.
In Weißenhorn bei Neu-Ulm wurde am dritten Advent der renovierten Kirche ein Name gegeben: "Kreuz-Christi-Kirche". Denn am Kreuz hat Christus Vergebung und das ewige Leben für die Seinen erwirkt. Paul Gerhard blickt im Lied "O Haupt voll Blut und Wunden" lange, liebevoll und mit wunderbaren Gedanken auf das Kreuz. Die siebte Strophe heißt: "Es dient zu meinen Freuden und tut mir herzlich wohl, wenn ich in deinem Leiden, mein Heil, mich finden soll. Ach möchte ich, o mein Leben, an deinem Kreuze hier, mein Leben von mir geben, wie wohl geschähe mir."

Selbstfindung ist also angeboten. Der Liederdichter, dessen Leben streckenweise eine Leidenszeit war, findet sich selbst im Leiden Christi. Hat er es mit Gottes Kraft überstanden, werde auch ich nicht darin umkommen: Komme ich um, so bin ich ganz bei ihm.
Heute würde wohl kein König Israels mehr die eherne Schlange zerstören. Denn sie würde nicht mehr zum Götzendienst missbraucht werden. Sie ist ein die Religionen verbindendes Zeichen: Juden sehen ein Symbol für die an Wundern reiche Wüstenwanderung, Christen ein Zeichen für den Gekreuzigten. Und für Juden und Christen gilt: Gottes geliebte Kinder seid ihr.

Pfarrer Ernst Burmann
Neu-Ulm

Wir beten:
In dir wohnt alle Gottesfüll, hast alles, was ich wünsch und will, du bist das rechte Gotteshaus: drum wenn zur Welt ich muss hinaus, so schließ mich treulich in dir ein, und lass mich ewig bei dir sein. Amen.

Lied 90: Ich grüße Dich am Kreuzesstamm

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