Evangelisches Sonntagsblatt aus Bayern
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Hier lesen Sie das Thema der Woche, das sich auf der Seite 3 der aktuellen Sonntagsblatt-Ausgabe befindet, und die wöchentliche Andacht. (Heft 42)

"Männer wollen direkt angesprochen werden"

Herren der Schöpfung stehen im Mittelpunkt jedes dritten Sonntags im Oktober: Männersonntag

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Angebote für Väter und ihre Kinder haben großen Zulauf. Erst recht, wenn dabei Sport getrieben wird.
   

Frauenarbeit in der evangelischen Kirche kennt fast jeder. Mütterkuren und Frauenkreise sind für viele Menschen selbstverständlich. Doch angesprochen auf den Männersonntag, der jährlich am dritten Sonntag im Oktober ist, reagieren die meisten Gefragten mit Verwunderung: "Männersonntag? So etwas gibt es?"
Ja, so etwas gibt es. Und zwar schon ziemlich lange: Als die Evangelische Kirche Deutschlands (EKD) 1948 gegründet wurde, entstand auch der Männersonntag. Damals wurden verschiedenen Gruppen Sonntage zugeordnet - und darunter eben jener Sonntag im Oktober den Männern. Im Laufe der Jahrzehnte hat sich seine Bedeutung gewandelt. So wurde er in den 70er Jahren als "Sonntag der öffentlichen Verantwortung" gesehen. Inzwischen liegt die Betonung wieder auf den Männern. "Heute verstehen wir den Männersonntag als Sonntag für Männer in der Kirche, an dem ihre Themen besonders aufgegriffen werden", sagt Jens Janson, Referent der Männerarbeit der EKD. "Zugleich ist dieser Tag eine Einladung. Männerarbeit - das muss man heute betonen - hat eben auch einen missionarischen Auftrag."

Ein weites Feld

Männerarbeit ist ein weites Feld. Der Männersonntag, der in diesem Jahr auf dem 17. Oktober liegt, ist nur ein Bereich davon. Jede Landeskirche hat ihren eigenen Verband für Männerarbeit. In Bayern ist es das Evangelische Männerwerk mit Sitz in Nürnberg. Die Männerarbeit der EKD (Sitz in Kassel) ist der als Arbeitsgemeinschaft organisierte Zusammenschluss aller Einrichtungen der Männerarbeit in den 23 Gliedkirchen der EKD. In der Hauptgeschäftsstelle in Kassel wird vor allem inhaltlich gearbeitet. "Wir bereiten für jedes Jahr ein Thema auf, das für Männer interessant ist", sagt Janson. Unter diesem Jahresthema steht dann auch der Männersonntag. "Dafür erarbeiten wir einen Gottesdienstentwurf." Insgesamt kommt von der Arbeitsgemeinschaft in Kassel einiges an Material, das in den einzelnen Männerwerken gern angenommen wird. "Wir bringen auch das "männerforum" - eine Zeitschrift - heraus", sagt Jens Janson. "Und wir machen Projektarbeit, Mitarbeiterfortbildung und so weiter." Außerdem beteiligt sich die Männerarbeit der EKD auch an der Dekade zur Überwindung von Gewalt. "Nach dem Motto 'Wir sind's leid - Männer gegen Gewalt' wollen wir darauf aufmerksam machen, dass Männer nicht nur Täter sind, sondern oft auch Opfer von Gewalt."

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Für viele Männer ist es schon fast selbstverständlich, sich über ihre Kräfte für ihre Arbeit zu engagieren (Bild unten). Nicht selten hat das starke Auswirkungen auf ihre Gesundheit. Fotos: Wodicka
   

Jansons Herz schlägt sehr für die Männerarbeit. "Viele Männer fühlen sich vom Gemeindeleben nicht angesprochen", so Janson. In vielen Köpfen sei Kirche nach wie vor "Frauensache". "Gleichzeitig merken wir aber, dass Männer gern Angebote annehmen, wenn diese auf sie zugeschnitten sind und sie direkt angesprochen werden." Als Beispiel nennt er die Veranstaltungen für Väter und ihre Kinder. "Dieser Bereich boomt geradezu." Auch Pilgerwanderungen oder Aktionen, bei denen Männer etwas Praktisches tun können, kommen gut an. "Männer haben eben eine ganz andere Herangehensweise an Themen. Und das muss man berücksichtigen." Immerhin gibt es über 3.000 Männerkreise und -gruppen in Gemeinden. "Die meisten Angebote laufen allerdings übergemeindlich." Da gibt es Seminarangebote mit vielfältigen Arbeitsformen und zu unterschiedlichen Themen wie zum Beispiel Glaube und Spiritualität, Bibel und männliche Lebenswelten, christliche aktive Vaterschaft, männliche Identität und Arbeit sowie Männer jenseits des Berufslebens.

Männergesundheit

Das Jahresthema heuer dreht sich um Männergesundheit. "Willst du gesund werden?" ist der Titel. "Themen wie Gesundheit, Wohlbefinden und Wellness sind in den letzten Jahren unter Männern zunehmend auf großes Interesse gestoßen", sagt Janson. Daher habe sich dieses Thema angeboten. "Viele Männer räumen ihrer Arbeit allerdings Vorrang vor der eigenen Gesundheit ein." Gleichzeitig neigen Männer zu Risikoverhalten. Sie verlangen von sich extreme Leistungen und suchen wesentlich seltener als Frauen einen Arzt auf. "Uns ist es wichtig, Männer zu ermutigen, mehr auf sich selbst zu achten und für sich zu sorgen", sagt Janson.

Karin Ilgenfritz

Hinweis:
Die Männerarbeit der EKD ist im Internet zu finden unter: www.maennerarbeit-ekd.de. Das Evangelische Männerwerk in Bayern ist zu erreichen unter Telefon 0911/4316223 oder Fax 0911/ 4316222. Am 17. Oktober um 10 Uhr findet in der Reformations-Gedächtniskirche in Nürnberg (Maxfeld) ein zentraler Gottesdienst zum Männersonntag statt.

 

 


 

Gott zeigt uns den richtigen Weg

Freuen dürfen sich alle, denen Gott ihr Unrecht vergeben und ihre Verfehlungen zugedeckt hat. Herr, erst wollte ich meine Schuld verschweigen, doch davon wurde ich so krank, dass ich von früh bis spät nur stöhnen konnte.
Darum entschloss ich mich, dir meine Verfehlungen zu bekennen. Und du - du hast mir alles vergeben. Der Herr hat mir geantwortet: Ich sage dir, was du tun sollst und zeige dir den richtigen Weg. Ich lasse dich nicht aus den Augen.

Psalm 32 in Auszügen

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Gott als Richtungsweiser: Das Versprechen: "Ich sage dir, was du tun sollst und zeige dir den richtgen Weg. Ich lasse dich nicht aus den Augen" gilt allen Menschen, die Gott ans Steuer ihres Lebens lassen. Foto: Wodicka

Beim Besuch der "Autostadt" in Wolfsburg stach mir im Eingangsbereich ein Schild ins Auge, gestaltet wie ein "Einbahnstraßenschild". Weißer Pfeil auf blauem Grund wird der Besucher gefragt: "Wer lenkt Sie eigentlich?" Ja, wer lenkt mich eigentlich? Wer gibt meinem Leben Richtung und Ziel?

Eigentlich meinen wir ja selbst am besten zu wissen, wo es lang geht. Dennoch: Lenkungsangebote gibt es in allen Variationen. In Betrieben und Institutionen werden Steuerungs- und Lenkungsgruppen gebildet. Sie sollen zu mehr Leistung und dem Erfolg helfen. Es gibt sogenannte "Coachingangebote", die uns Lebenshilfe bieten und uns zeigen möchten, wo es lang geht, privat und auch beruflich. Und: diese Angebote werden angenommen. Weil Menschen sich oft genug nicht mehr zurecht finden in dieser "verrückten" Welt, weil sie fest stecken und keinen Weg mehr sehen. Wie schnell findet sich jemand auf der Verliererseite wieder. Man ist nicht mehr stark, beliebt, unabhängig, sondern ist krank, einsam, fühlt sich bedroht.

Für den Gläubigen ist so etwas nicht das unabänderliche Schicksal. Er sieht hinter der Situation Gott und fragt sich: Was will mir Gott damit sagen? Warum lässt Gott es so weit kommen? Hätte ich etwas anders machen sollen? David - von dem der Psalm 32 stammt - merkte, dass er in einer Sackgasse war. Er, der große, mächtige König, wusste nicht weiter. Das war in seinem Leben öfters so, dass er fest steckte. Als junger Mann schon wurde er zunächst in die Wüste geschickt - mit einem weitreichenden Versprechen Gottes in der Tasche. Und jetzt, als König, ist er in einer besonders schlimmen Situation. Er hatte ein Verhältnis angefangen mit der Frau einer seiner Offiziere. Er will es vertuschen - er lässt töten. Als das rauskommt, weiß er nicht mehr weiter. Ein riesiger Imageverlust. Ein völliges Versagen als Vorbild. Und das Schwierigste: Er spürt, dass der Kontakt zwischen Gott und ihm abgebrochen ist, er wird krank, depressiv, hat keine Lebensenergie mehr.

Gott will ihm helfen. David lässt sich helfen. Er gibt zu, was er falsch gemacht hat, er bereut. Das ist der Hintergrund für Psalm 32: Der König David erfährt: "Du hast mir alles vergeben!" Danach verspricht Gott ihm: "Ich sage dir, was du tun sollst und zeige dir den richtigen Weg. Ich lasse dich nicht aus den Augen." Der innerlich und äußerlich "erneuerte" David erlebt die Zusage Gottes und ist von Herzen froh darüber. Er kann wieder leben.

Zeichnen wir in diesen Psalm 32 unser eigenes Leben ein, lassen wir uns zum Nachdenken anregen: "Wer lenkt Sie eigentlich?" Wer bestimmt über mein Leben? Gott möchte nicht, dass es in einer Sackgasse endet. Und wenn der Karren im Dreck steckt, muss man aussteigen und sich beim Herausziehen helfen lassen. Solch ein Bekenntnis ist die Wende und verlangt viel von uns. Ehrlich sein vor sich selbst und Gott ist ein mutiger Schritt. Ein Schritt in die richtige Richtung. Das Versprechen: "Ich sage dir, was du tun sollst und zeige dir den richtigen Weg. Ich lasse dich nicht aus den Augen" gilt allen Menschen, die Gott ans Steuer ihres Lebens lassen.

Pfarrerin Sabine Karl, Gunzenhausen

Wir beten: Führe mich, o Herr, und leite, meinen Fuß nach deinem Wort. Sei und bleibe du auch heute mein Beschützer und mein Hort. Nirgends als von dir allein, kann ich recht bewahret sein. Amen.

Lied 445: Gott des Himmels.

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