Evangelisches Sonntagsblatt aus Bayern
Grüß Gott, willkommen auf den Internet-Seiten des Evangelischen Sonntagsblattes aus Bayern.
Hier lesen Sie das Thema der Woche, das sich auf der Seite 3 der aktuellen Sonntagsblatt-Ausgabe befindet, und die wöchentliche Andacht. (Heft 38)

Achterbahn der Gefühle

Wenn das Hormonsystem durcheinander gerät

Evangelisches Sonntagsblatt
 
Einmal ausgelassen und kichernd,...
   

Es gibt Tage, da möchte man am liebsten aus der Haut fahren. Heimtückische Tage sind das, an denen vor allem Frauen das Gefühl haben, dass ihr Körper und ihr Gefühlsleben Achterbahn fahren. Der Kopf dröhnt, die Stimmung ist im Keller, das kleinste Hindernis scheint un-überwindbar, und ein falsches Wort vom Partner hat je nach eigenem Temperament einen Wutausbruch oder einen Heulkrampf zur Folge. Und dann wieder ist alles wunderbar, die Arbeit ist kein Problem, man fühlt sich energiegeladen, optimistisch und nichts kann einen erschüttern.

Sehr komplexes System

Evangelisches Sonntagsblatt
 
...dann wieder ein ungebremster Wutausbruch - manchmal sind Menschen schwer zu verstehen. Das muss nichts mit einer labilen Psyche zu tun haben. In vielen Fällen ist eine Störung des Hormonhaushaltes die Ursache für rasche Stimmungsumschwünge. Fotos: Wodicka
   
Die Frauen und auch Männer, mit denen Elisabeth Buchner oft zu tun hat, können ein Lied von dieser "Achterbahnfahrt" singen. "Gestandene Frauen sind das oft, die mitten im Leben stehen", sagt die 48-Jährige. Frauen, denen ein Arzt sagt: "Mit ihren Problemen müssten Sie sich eigentlich an einen Psychologen wenden." Doch in vielen Fällen haben die Probleme eine andere Ursache: Eine Störung des Hormonhaushaltes nämlich. Ein Drunter und Drüber in einem sehr komplexen System, das von der ersten Zellteilung bis zum letzten Herzschlag eine wichtige Rolle in unserem Leben spielt.
Im Rahmen ihrer Arbeit in der Ehe-, Familien- und Lebensberatung traf Elisabeth Buchner früher oft auf diese Frauen. Und sie wusste aus eigener Erfahrung, wie sie sich fühlten. "Ich habe früher selbst heftig am Prämenstruellen Syndrom (PMS) gelitten." Die Mutter von vier mittlerweile erwachsenen Kindern griff zur Selbsthilfe, nachdem sie sich von einigen Ärzten nicht richtig behandelt fühlte. "Mit 38 Jahren hat man mir gesagt, ich solle wieder die Pille nehmen. Oder ich komme in die Wechseljahre", erinnert sie sich. "Das konnte ich nicht glauben."

Störungen sanft beseitigen

Daraufhin beschäftigte sich Elisabeth Buchner einige Jahre lang intensiv mit dem Thema "Hormone und Hormonstörungen" und trug ihre Erkenntnisse in ihrem ersten Buch zusammen. Als ihr "Kronleuchtererlebnis" bezeichnet sie das Kennenlernen naturidentischer Hormone, durch die sich Hormonstörungen auf sanfte und natürliche Weise beseitigen lassen. Das Einnehmen von synthetisch veränderten Hormonen (wie zum Beispiel der Pille) über einen langen Zeitraum hinweg könne so vermieden und der Hormonhaushalt nach und nach wieder ins Gleichgewicht gebracht werden.
Menstruationsbeschwerden, Gewichtsprobleme, hormonbezogene Depression und Migräne, PMS, Schilddrüsenüber- oder -unterfunktion, Osteoporose, unerfüllter Kinderwunsch:Alle diese Beschwerden und Krankheiten können von einer Störung des Hormonhaushaltes herrühren. "Wenn das Hormonsystem durcheinander geraten ist, muss man die Ursachen suchen", so Elisabeth Buchner. "Nimmt der oder die Betroffene ein Medikament ein, das in Stoffwechselprozesse oder den Hormonhaushalt eingreift? Pflegen wir einen stressigen Lebensstil ohne Pausen, Rhythmus oder Ausgleich? Ist unsere Ernährung einseitig? Oft warnt uns der Körper mit Symptomen vor einem permanenten Zuviel an Belastung, Kummer und Druck oder bei zu wenig Nährstoffen, Bewegung und Schlaf."

Rege Vortragstätigkeit

Evangelisches Sonntagsblatt
 
Was tun, wenn die Gefühle Achterbahn fahren? Naturidentische Hormone könnten eine Lösung sein, den Hormonhaushalt nach und nach ins Gleichgewicht zu bringen.
   
Vorträge, Literatur, Einzel- und Gruppenberatung, Netzwerkarbeit zwischen Betroffenen und Fachleuten: Das sind die Schwerpunkte der Arbeit von Elisabeth Buchner. Eng arbeitet sie vor allem mit christlichen Therapieeinrichtungen zusammen und knüpft als "Know-How-Drehscheibe" deutschlandweit Kontakte zwischen Selbsthilfegruppen beziehungsweise regt zu deren Gründung an. Gerne kommt sie in Kirchengemeinden, Frauen- und Seniorenkreise und hält dort Vorträge und Seminare. "Es ist mir am liebsten, etablierte Frauenarbeit greift das Thema auf." Seit einigen Jahren bietet sie auch Schulungen von Fachleuten wie Ärzten, Heilpraktikern, Therapeuten und Hebammen an.
Elisabeth Buchners Rat an betroffene Frauen: Selbstbewusstsein und eine genaue Kenntnis vom eigenen Körper. "Unser Körper muss funktionieren, er muss täglich viel leisten. Doch dafür muss er auch umsorgt werden." Und diese Aufgabe könne den Betroffenen niemand abnehmen: "Die Verantwortung für den eigenen Körper hat man allein."

Maria Mohr

Evangelisches Sonntagsblatt
 
Elisabeth Buchner
   
Buchtipp:

Elisabeth Buchner: "Wenn Körper und Gefühle Achterbahn spielen..."
Hormone natürlich ins Gleichgewicht bringen
(17.50 € + 0,77 € Porto).

Direktbestellung bei der Autorin oder über den Buchhandel unter ISBN 3-9 34246-00-1, Familien Verlag Buchner.

Kontakt für Vorträge: Elisabeth Buchner, Höhenröthstraße 9, 91077 Kleinsendelbach, Telefon: 09126/ 7835, E-Mail: Info@hormonhilfen.de

 


 

 


 

Den Demütigen schenkt Gott seine Gnade

Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade. So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch. Der Gott aller Gnade aber, der euch berufen hat zur ewigen Herrlichkeit in Christus Jesus, der wird euch aufrichten, stärken, kräftigen und gründen.

1.Petrus 5 in Auszügen



Evangelisches Sonntagsblatt
Eine Demutshaltung vor Gott einzunehmen, bedeutet, die eigenen Sorgen im Gebet sozusagen auf Gott zu werfen, denn er sorgt für uns. Foto: Wodicka

Vielleicht kennen Sie das auch: Sie sitzen im Vereinsvorstand, in einer Mitarbeitersitzung oder stehen in Ihrer Schulklasse und halten eine kleine Ansprache, in der Sie grundsätzliche Kritik loswerden wollen. In 99 Prozent der Fälle fühlen sich die Falschen angesprochen. Die, die eh schon viel Arbeit für den Verein oder die Gemeinde machen, bekommen ein schlechtes Gewissen. Oder Schüler, die im Unterricht gut mitmachen, sind auf einmal beleidigt.

So ähnlich geht es mir bei unserem Bibeltext. Die Hochmütigen, denen der Verfasser des ersten Petrusbriefes Demut ins Stammbuch schreibt, hören seine Worte wohl nicht. Sie sind ja hochmütig und meinen, ihr Leben selbst in der Hand zu haben und managen zu können. Sie brauchen Gott nicht und schon gar keine Gemeinschaft, die sie trägt oder in der sie andere mittragen müssen. Jung, dynamisch und voller Elan treten sie aus der Kirche aus. "Die war eh schon immer so verstaubt! Das bringt mir doch nichts! Das Geld kann ich für mich besser brauchen!" Dann bekommen die ersten Freunde oder Geschwister Kinder. Paten werden für die Taufe gesucht. Man ist ganz erschrocken, dass das nicht möglich ist, als Ausgetretener Pate zu werden. Man versucht den Pfarrer oder die Pfarrerin zu überzeugen. "Schließlich sagt die Mitgliedschaft in der Kirche nichts über den Glauben aus." Aber sie müssen schließlich akzeptieren: Wer eine Gemeinschaft verlässt, kann kein Amt mehr in dieser Gemeinschaft übernehmen. Auf einmal wird klar: Der Kirchenaustritt hat ja doch Konsequenzen! "Aber daran ist wieder diese verstaubte Kirche schuld."

Und dann kommt vielleicht ein schwerer Schicksalsschlag. Vater oder Mutter sterben plötzlich und unerwartet. Oder ein Unfall fesselt unseren Hochmütigen ans Krankenbett. Wie soll er damit fertig werden? Alleine schafft er es nicht. Er hat aber nicht gelernt, andere um Hilfe zu bitten, geschweige denn, Gott seine Sorgen zu erzählen und sich im Gebet helfen zu lassen. Vielleicht fängt er an, nachzudenken, dass man doch nicht alles selbst in der Hand hat. Vielleicht fängt er an, etwas Demut zu lernen. Vielleicht trifft er jemanden, der mit ihm betet und ihm hilft, alle Sorgen auf Gott zu werfen, denn er sorgt für uns.

Meistens aber - wie gesagt - hören ja die Falschen hin. Meistens hören ja diejenigen, die bereits demütig sind, unseren Text und nehmen ihn sich noch mehr zu Herzen. Überlegen, wie sie noch demütiger ihr Leben führen können, wie sie sich noch mehr die Gnade Gottes verdienen können. Das kann aber nicht Ziel unseres Bibeltextes sein. Denn zum einen können wir uns Gottes Gnade nicht verdienen, sie ist uns in Jesus Christus geschenkt. Zum anderen hat so eine extreme Demutshaltung auch wieder einen Hang zum Eifer, zum Hochmut. Nach dem Motto: "Seht her: Ich bin ein Vorbild an Demut! Nehmt Euch an mir ein Beispiel!"

Um die Gnade, um Gottes Liebe und Zuwendung müssen wir nicht eifern. Wir müssen uns keine Sorgen machen. Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch. Gott macht uns ein Geschenk. Nehmen wir es an, bleiben wir mit ihm in Verbindung und führen wir daraus unser Leben. So bleiben wir nüchtern und wach - wie es in unserem Text heißt - und lassen uns von Gott aufrichten und stärken. Amen.

Pfarrerin Silvia Jühne, Bamberg

Wir beten: Gott, schenke mir die Gelassenheit, das anzunehmen, was ich nicht ändern kann. Schenke mir die Kraft, das anzugehen, was ich verändern kann. Und schenke mir die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden. Amen.

Lied 631: All eure Sorgen.

Diese Woche - Archiv - Editorial - Geschichte - Redaktion - Abo-Service - Anzeigen - Evang. Reisedienst - Impressum
© 2000-2004 ROTABENE! Medienhaus