Evangelisches Sonntagsblatt aus Bayern
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Hier lesen Sie das Thema der Woche, das sich auf der Seite 3 der aktuellen Sonntagsblatt-Ausgabe befindet, und die wöchentliche Andacht. (Heft 24)

Ein Schritt trennt Neuguinea und Brasilien

Neuendettelsau: Neu konzipierte Ausstellung über das Leben in Übersee

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Verbindung zu Christen auf der ganzen Welt: Beatrix Mettler-Frercks (rechts) informiert über das Missionswerk.
   

Die Trommeln im Begrüßungsraum erregen gleich die Aufmerksamkeit der Fachfrau. Ganz genau schaut sich die ältere Dame die dort aufgebauten Instrumente an. "Da kannst Du uns ja gleich noch ein Konzert geben," wird sie von ihren Mitreisenden lachend aufgefordert. Und zur Erklärung: "Sie ist nämlich unsere Organistin.".

Aus Lohr am Main kommt die Besuchergruppe, die an diesem Samstag im Neuendettelsauer Missionswerk zu Gast ist. Auf ihrem Besuchsprogramm steht unter anderem auch die Ausstellung des Missionswerkes, die vor einem guten Jahr neu konzipiert wurde. Die alte Ausstellung war nach 13 Jahren nicht mehr zeitgemäß, die aktuellen Veränderungen in den Überseekirchen waren nicht berücksichtig. Jetzt geben große und übersichtliche Schautafeln, moderne Videotechnik und viele Alltagsgegenstände aus den Partnerländern der Ausstellung ein moderne und anschauliches Gesicht.

Beatrix Mettler-Frercks vom Ausstellungsteam des Missionswerkes begleitet die Gruppe beim Gang durch die Ausstellung und hat viele Informationen und Geschichten zu den dort aufgebauten Exponaten parat.
Doch zunächst will sie von den Gruppenmitgliedern wissen, mit welchen Vorstellungen von "Mission" sie nach Neuendettelsau gekommen sind. "Früher gab es die Kollekte für die Äußere Mission" erinnert sich eine Besucherin. "Viele Leute waren früher als Missionssammler unterwegs." Und ihr Nachbar steuert aus seiner Erinnerung noch die "rosa Kärtchen" bei, die für die Sammlung gebraucht wurden. Pfarrer Gunnar Zwing, der die Gruppe begleitet, kann noch aus einer anderen Perspektive über die Arbeit mit Christen in anderen Ländern berichten: Er verbrachte einige Jahre in Tansania.

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Mit einem Fuß in Brasilien, mit dem anderen in Nairobi: In der Ausstellung des Missionswerkes liegen Länger und Kontinente eng beieinander.
   

Nach der Begrüßungsrunde geht es mitten hinein in die Ausstellung und nach Papua-Neuguinea. Zahlreiche Ahnenmasken auf einer rot gestrichenen Wand verdeutlichen die noch immer wichtige Rolle, die die traditionelle Glaubenswelt für die Menschen dort spielt. Daneben sind Szenen aus dem Alltagsleben der Menschen in Papua-Neuguinea aufgebaut: Ein typischer Dorfladen mit einem Angebot von Konserven bis Unterwäsche, Musik des traditionellen "Sing-Sing"-Festes ist zu hören und ein lebensgroßer Einwohner des Landes grüßt als Pappfigur. Doch auch die westliche Kultur lässt grüßen: Fastfood und Coca-Cola kann man in Supermärkten auch in Papua-Neuguinea kaufen. Mit gehörigem Respekt reicht die Gruppe aus Lohr am Main ein selbst zusammengeschweißtes Gewehr aus Papua-Neuguinea herum - Hinweis auf die hohe Kriminalität im Land.

Beatrix Mettler-Frercks stellt in ihren Erläuterungen auch stets eine Verbindung her zwischen den Partnerländern wie Papua-Neuguinea und Deutschland her. Exportprodukte wie Kupfer aus Papua-Neuguinea und Orangensaft und Sojaprodukte aus Brasilien sind auf dem deutschen Markt allgegenwärtig.

Verbindung zu Partnerkirchen

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Unten: Wo liegt Papua-Neuguinea? Die Insel am anderen Ende der Welt ist in Neuendettelsau natürlich nicht unbekannt. Fotos: Mohr
   
In dem brasilianischen Teil der Ausstellung wird vor allem die ungerechte Landverteilung beleuchtet, die Millionen von Menschen zu Landlosen macht. Ein großes rotes Tempeldach in einer Ecke thematisiert die Verbin-dung zu Asien und den Christen dort. Gefordert wird die Gruppe noch einmal im afrikanischen Ausstellungsteil: Lachend quetschen sich die Frau-en und Männer in einen klapprigen Kleinbus, der früher einmal wohl als Sammeltaxi durch die Straßen der kenianischen Hauptstadt Nairobi gefahren ist. Für das richtige Afrika-Gefühl wird auch die Musik im Bus noch laut aufgedreht. Schnaufend und doch etwas erleichtert verlassen die Besucher den Bus wieder, strecken die Glieder und bewundern einen afrikanischen Marktstand, auf dem traditionelle afrikanische Kleidung sowie westliche Secondhand-Ware angeboten wird. Nach dieser "Kurzreise" durch vier Kontinente und viele Länder und Kulturen muss die Gruppe die vielen neuen Eindrücke erst einmal verarbeiten. Von ihrem Ausflug nach Neuendettelsau werden die Frauen und Männer wohl ein neues Bild von der Missionsarbeit mit Christen in anderen Kulturen mitnehmen.

Maria Mohr

Kontakt:
Öffnungszeiten der Ausstellung im Missionswerk Neuendettelsau:
Dienstag - Freitag von 9-12 Uhr und 14-17 Uhr
Samstag von 9-12 Uhr
(Führungen auch außerhalb dieser Zeiten nach Absprache)

Telefon: 09874 9-15 30
Fax: 09874 9-3 30
Internet: www.missionswerk-bayern.de
E-Mail: ausstellung@missionswerk-bayern.de


 

 


 

 

Gott ist Liebe und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm... Lasst uns lieben, denn er hat uns zuerst geliebt. Wenn einer sagt, ich liebe Gott, und hasst seinen Bruder, der ist ein Lügner.

1. Joh. 4, 16b, 19, 20



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Wer Gott kennt, weiß: Seine Liebe zu den Menschen setzt in Bewegung, um auch Anderen eine Freude zu machen und sie zu lieben, so wie Gott es tut. Foto: Wodicka
 

"Das schickt dir Gott und, wie ich ihn kenne, wird er mich in den nächsten Tagen öfter schicken um dir eine Freude zu machen." Mit diesen Worten übergibt Joselito der schwer kranken Teresita einen Obstkorb und seine Tageseinnahmen vom Verteilen der Zeitungen. Teresita hat keine Eltern mehr. Einsam und traurig liegt sie auf der Kinderstation. Da besucht sie Joselito.
"Nur" eine Kindergeschichte? Vor Jahren hörte ich sie und seitdem kommt sie mir immer wieder in den Sinn. Dieser kleine Satz "und wie ich ihn kenne" prägte sich mir ein. So wie Joselito Gott kennt, gibt es für ihn keinen Zweifel daran, dass er die Menschen liebt, dass er Menschen in Bewegung setzen will, anderen eine Freude zu machen, sie zu lieben, so wie Gott es tut. Davon ist Joselito überzeugt und er setzt ohne langes Überlegen seine Tageseinnahmen dafür ein.
"So wie ich Gott kenne, kann er nicht anders als zu lieben." Welches Bild von Gott ist in dem Jungen lebendig? Wie kommt er zu diesem Vertrauen, er, der Zeitungsjunge? Welches Bild von Gott bestimmt unser Leben, unser Glauben, unser Handeln? Gott ist Liebe, so schreibt es Johan-nes in seinem Brief. Er hat uns zuerst geliebt, deshalb können wir lieben. Gott ist Liebe, eine schwierige Aussage in einer Zeit, in der Liebe zu den vieldeutigsten Worten gehört, oft missbraucht und häufig genug missverstanden. Krankheit, Schicksalsschläge, Missbrauch, Arbeitslosigkeit, Kriege, Terror - und auch die Zerrissenheit der Christenheit lassen viele an einem Gott der Liebe zweifeln. Wie passt alles Dunkle, alles Leiden zur Liebe Gottes?
Johannes, so berichtet das Evangelium, war der einzige Jünger, der mit den Frauen unter dem Kreuz Jesu aushielt. An dem Ort, an dem Jesus, mit dem er alle Hoffnungen verband, starb. Der Freund, der Meister, der Gottessohn - zerschlagen, gefoltert, ermordet. Jesus, der Botschafter der Liebe Gottes, unterliegt. Und Johannes hält die dunkelste Stunde bei ihm aus. Er bleibt dran, geht nicht weg, als es schwierig wird. In Liebe hält er aus, auch manche bange Frage des Warum, manchen Zweifel. Und er hört den sterbenden Jesus sagen: Es ist vollbracht. Wo doch nur Tod war!
Johannes geht durch diese dunkelsten Stunden und erlebt die Begegnung mit dem Auferstandenen. Jesus lebt. Die Liebe lebt. Trotz allem, in allem kommt Johannes zu diesem Schluss: Gott ist Liebe. So wie ich Jesus kennen gelernt habe, so wie ich ihn kenne, ist Gott Liebe. Wir Christen sind heute gefragt: Wie kenne ich Gott? Setzt mich Gottes Liebe in Bewegung?

Brigitte Horneber, Synodalin, Ansbach

Wir beten: Das erbitte ich innig und ständig von dir, Herr, dass ich dich immer besser kennen lerne, dass ich dich immer herzlicher liebe und dass ich dir immer großherziger folge. Amen.

Lied 401, 1-4: Liebe, die du mich zum Bilde

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