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Internationale ökumenische Gemeinschaft fasziniert Menschen
Juliane sprüht vor Begeisterung. Vor kurzem kam sie aus Taizé zurück. Nach dem Abitur war für sie klar: Erst mal nach Taizé. "Ich wollte Zeit für mich, ich wollte zur Ruhe kommen." Mit drei Freundinnen machte sich Juliane Rattler aus Rothenburg auf den Weg. Zum dritten Mal. "Es war wieder toll. Taizé ist einfach... wow!" Der 18-Jährigen fehlen erst noch die Worte, um zu beschreiben, was für sie an Taizé so besonders ist. Aber nach kurzem Überlegen sprudelt es nur so aus ihr heraus: "In Taizé komme ich vielmehr als sonst dazu, mich mit dem Glauben und der Bibel zu beschäftigen", sagt sie. "Die Nähe Gottes ist da stark erfahrbar." Taizé macht süchtig
Einfach und schlicht
Die Gottesdienste sind auch für Christa Pfänder etwas ganz Besonderes. Sie findet es daher auch nicht verwunderlich, dass Taizé-Andachten und -Gottesdienste auch in unseren evangelischen Gemeinden immer mehr Anklang finden und oft gefeiert werden. "Die Schlichtheit und Einfachheit von Taizé passt gut in unsere Zeit", meint die Krankenschwester. Das Leben in Taizé ist schlicht: Unterkünfte in Zelten oder Baracken mit mehreren Stockbetten. Auch das Essen ist einfach.
"Aber so fällt der Blick mehr auf das Wesentliche." Es zähle vielmehr, Gemeinschaft zu leben und das Vertrauen in Gott, in sich und in die Mitmenschen zu stärken. "Ich hatte schon so viele tolle Begegnungen und Erlebnisse in Taizé", sagt Christa Pfänder. Und immer wieder hat sie erlebt, dass sie in einer Woche dort Klarheit für bestimmte Lebenssituationen bekommen hat. Für sie steht fest: "In Taizé passieren Wunder!"
Karin Ilgenfritz
Über den eigenen Schatten springenEs ist wie mit einem Mann, der auf Reisen ging: Er rief seine Diener und vertraute ihnen sein Vermögen an. Dem einen gab er fünf Talente, einem anderen zwei, wieder einem anderen eines, jedem nach seinen Fähigkeiten. Dann reiste er ab. Sofort begann der Diener, der fünf Talente erhalten hatte, mit ihnen zu wirtschaften, und er gewann fünf dazu. Ebenso gewann der, der zwei erhalten hatte, noch zwei dazu. Der aber, der das eine Talent erhalten hatte, ging und grub ein Loch in die Erde und versteckte das Geld seines Herrn
Ich bin ein anderer! Da erzählt Jesus von drei Menschen. Jeder bekommt etwas anvertraut: der eine fünf, der zweite zwei und der letzte ein Geldstück. Im griechischen Text heißt das "Talanton" und es klingt das Wort "Talent" an. Wenn ich über meinen Schatten springe, bin ich eigentlich einer mit fünf oder sagen wir wenigstens mit zwei Talenten. Eigentlich. Denn ich zähle mich ehrlich gesagt zu denen, die nur ein Talent bekommen haben - mehr nicht.
Mit dieser einen Gabe versuche ich zu leben. Was ist das schon? Nichts. Schauen Sie sich die anderen an, was die alles können, was die alles auf die Beine stellen, was die alles zurückbekommen. Und ich, was bin ich dagegen? Klein, mickerig, unbedeutend. Und dann ist da auch noch Gott, der wiederkommt, der etwas sehen will. Grauselige Vorstellung, wenn der wiederkommt und nichts vorfindet. Also nehme ich mein Talent, packe es weg, lasse es nicht sichtbar werden. So kann es mir niemand nehmen, dann ist es nicht verlierbar, nicht angreifbar, dann kann ich es wenigstens am Ende unversehrt herausholen und wieder vorweisen.
Ich bin so, weil ich vergleiche. Schauen Sie sich doch die an, die viel bekommen haben, die Multitalente sozusagen. Die können vieles, die sehen einfach ganz viele Möglichkeiten. Die können sich im Leben behaupten und bekommen auch die entsprechende Anerkennung. Am Arbeitsplatz genauso wie in der Gemeindearbeit.
Wer so beschenkt ist, dem fällt das Leben leicht, der kann ohne Mühe daraus etwas machen, hat damit auch viel von seinem Leben. Er ist ein Gewinn für andere und hat Gewinn für sich selbst davon. Aus fünf Talenten werden zehn. Hätten solche Menschen noch mehr Zeit, es würde noch mehr daraus werden. Und dann ist da noch der zweite, der zwei Talente bekommen hat. Durchschnitt eben, nicht zu viel an Gaben, aber auch nicht zu wenig. Es ist ein Mensch mit Grenzen, aber nicht begrenzt, er hat Möglichkeiten das eigene Leben zu gestalten und daraus mehr zu machen. Auch er verdoppelt beim Einsatz der Gabe letztlich das zu Beginn erhaltene.
So sein wie die anderen, das wäre es, aber so bin ich nicht. Ich kann nicht so viel, ich bin nicht so viel. Also verstecke ich mich, verberge mich, mache am Rand mit, aber mehr dann bitte auch nicht. Ich habe Angst. Ja und genau diese Angst führt dazu, dass ich mein Talent vergrabe. Und damit vergrabe ich mich selber, vergrabe ich mich in dem ewigen: ich bin zu wenig, ich habe zu wenig und das Schicksal ist ungerecht. Nun sagt Jesus: Gott wird am Ende der Tage alles verstehen, aber nicht diese ewige Angst! Denn mit ihr tust du dir selber Unrecht; und du tust Gott Unrecht! Und das hat er nicht verdient. Das eigene Leben mit Gedanken zuschütten, die bestimmt sind von Urteilen der anderen, von der Meinung, man müsse so sein wie die anderen?
Der jüdische Religionsphilosoph und Schriftsteller Martin Buber erzählt in einer Geschichte folgendes: Rabbi Sussja sagt: Wenn es darauf ankommt, wird Gott mich nicht fragen, warum bist du nicht Abraham oder Mose gewesen, sondern er wird mich fragen: Warum bist du nicht Rabbi Sussja gewesen? Warum bin ich nicht ich?
Pfarrer Thomas Klenner, Fürstenzell Gebet: Nun Herr, du gibst uns reichlich, wirst selbst doch arm und schwach. Du liebest unvergleichlich, du jagst den Sündern nach. Drum wolln wir all in ein die Stimmen hoch erschwingen, die Hosianna singen und ewig dankbar sein. Lied 497: Ich weiß, mein Gott... |
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