Heilung durch Glaube und Gebet
Alles von Gott erwarten:
Menschen erleben erstaunliche Wunder
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Mutter und
Sohn sind glücklich: Der vormals taubstumme Junge kann hören und
gibt erste Laute von sich.
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Ein Knoten in der Brust - der Schock
sitzt tief. Zwar weiß die junge Frau noch nichts konkretes, aber die Angst
ist da. Weitere Untersuchungen stehen an. "Was mir am meisten hilft ist
das Wissen, dass einige Leute für mich beten", sagt die 36-Jährige. Sie
betet, dass die Untersuchungen für Entwarnung sorgen "oder noch besser:
Dass der Knoten verschwindet".
Für Pastor Gert Hoinle vom Christlichen
Glaubenszentrum in Schweinfurt sind die Gedanken der jungen Frau nachvollziehbar.
"Klar kann ein Knoten durch Gebet verschwinden", sagt er. Er hat schon
viele Heilungen erlebt. Aber auch Christen, die an solchen Wundern zweifeln.
Für sie hat er Verständnis. Einerseits. Andererseits wieder nicht. "Bei
Jesaja zum Beispiel heißt es (Kapitel 53, 4 f.), dass Jesus unsere Krankheit
getragen hat und wir geheilt sind durch seine Wunden", zitiert Hoinle.
"Kaum jemand bezweifelt, dass Sünden vergeben werden, doch leider tun
sich viele schwer daran zu glauben, dass Gott ebenso Krankheiten heilt
wie er Schuld vergibt."
Mehr Glaube
Der Pastor der freien evangelischen
Gemeinde predigte schon öfter auf Evangelisationsveranstaltungen in Indien
und Afrika. Dort hat er erstaunlichste Wunder erlebt: Taubstumme konnten
wieder hören und lernten sprechen, Blinde konnten wieder sehen oder Lähmungen
verschwanden - "einfach durch Gebet und den Glauben der Menschen".
Ihm falle es in manchen Bereichen
durchaus auch schwer an Heilung zu glauben, räumt der 40-Jährige ein.
"Im magischen Weltverständnis eines Inders oder Afrikaners haben Wunder
und Heilungen viel mehr Platz als in unserer westlichen Wissenschaftsgläubigkeit."
Und doch gibt es Heilungen auch in unseren Breitengraden. "Das A und O
ist es, tatsächlich von Gott zu erwarten, dass er heilt. Ihm das zuzutrauen",
meint Gert Hoinle.
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In Indien kommen
mehrere hundert Menschen zu den Evangelisationsveranstaltungen - viele
erleben erstaunliche Heilungen.
Fotos: privat |
Seiner Ansicht nach gibt es mehrere
Möglichkeiten der Heilung. Wunder sind eine davon. "Damit wird Gott verherrlicht
und Menschen kommen zum Glauben. Wie zum Beispiel bei dem Kranken von
Bethesda (Johannes 5, 1 ff.): Der Mann hat nichts dazu beigetragen, er
hat nicht einmal mit seiner Heilung gerechnet." Auf solche Wunder haben
Menschen keinerlei Einfluss. "Da fließt Gottes Kraft. Das erlebe ich bei
großen Veranstaltungen wie Heilungsgottesdiensten ganz besonders."
Eine weitere Art, gesund zu werden
ist laut Hoinle der eigene Glaube an die Heilungskraft Gottes. "Viele
Geschichten in der Bibel erzählen davon, dass Jesus jemanden geheilt hat
mit den Worten: Dein Glaube hat dich geheilt (Markus 5, 34)." Letztlich
ist es Hoinles Überzeugung: "Wie jede Sünde vergeben wird, so kann Gott
auch jede Krankheit heilen." Doch er warnt: "Gleichzeitig würde ich zu
keinem Kranken sagen, der vergebens um Heilung betet, dass er zu wenig
Glauben hat oder ihm den Glauben gar absprechen. Das wäre fatal. Schließlich
ist eine Heilung längst nicht das einzige Indiz für Erlösung."
Sorgen machen krank
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Im Christlichen
Glaubenszentrum in Schweinfurt finden regelmäßig Heilungsgottesdienste
statt. Pastor Gert Hoinle (links) lädt dazu gelegentlich Gäste ein,
wie hier Billy Smith aus Amerika.
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Das Gebet anderer für den Kranken,
Salbung und Sündenvergebung sind weitere Möglichkeiten, wie jemand gesund
werden kann. Zum Beispiel heißt es bei Jakobus 5, dass Kranke die Ältesten
rufen "sie mögen über ihn beten und ihn salben im Namen des Herrn". Hoinle
dazu: "Manchmal wird jemand nicht durch den eigenen Glauben, sondern durch
den des Predigers geheilt."
Oft seien auch Beziehungsprobleme
und unvergebene Schuld Ursache für gesundheitliche Probleme. Psychosomatische
Krankheiten seien keine Erfindungen der Ärzte. "Jeder sollte seinen Teil
dazu beitragen, Schwierigkeiten aus der Welt zu schaffen und sich von
Gott die Sünden vergeben lassen." Auch in Ärzten und der Medizin sieht
Gert Hoinle "biblische Heilmittel". Schließlich sei in der Bibel häufig
von Öl und Salbungen die Rede.
Doch egal ob Medizin, Seelsorge
oder Heilungswunder: "Die Erwartung, dass Gott handelt und das Gebet erhört,
gehören für mich dazu. Keine Krankheit kommt von Gott - aber er kann Gutes
daraus machen." Die Heilungsgottesdienste in seiner Gemeinde sind gut
besucht. Nicht nur in freien Gemeinden ist die Nachfrage nach Salbung,
Segnung und Gebet mit Handauflegung groß. "Das ist gut. Ich glaube, Gott
wartet nur darauf, dass wir zu ihm kommen", so Hoinle. Übrigens rief die
junge Frau kurz vor Redaktionschluss an: Der Knoten in ihrer Brust ist
- wie durch ein Wunder - verschwunden.
Karin Ilgenfritz
Beim Gebet rückt Gottes Wille ins Blickfeld
Amen,
ich versichere euch: Der Vater wird euch dann alles geben, worum ihr ihn
bittet, weil ihr es in meinem Namen tut und euch auf mich beruft. Bisher
habt ihr nichts in meinem Namen erbeten. Bittet, und ihr werdet es bekomen,
damit eure Freude vollkommen und ungetrübt wird.
Johannes
16, 23 b-24
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Foto: idea-Bild
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"Jetzt hat ihr ganzes
Beten doch nichts geholfen." So sprach mich am Tag der ersten Bombardierung
von Bagdad ein Mann an. Und lachte mir dreist ins Gesicht. "Sie meinen
also wir hätten uns die regelmäßigen Friedensgebete in unserer Stadt und
in der ganzen Welt sparen können?" So fragte ich zurück, und er antwortete:
"Nein, sie waren schon ganz gut, aber sie haben eben doch nichts bewirkt
- der Krieg war nicht aufzuhalten."
Recht rasch war ich
mit diesem Herrn in ein Gespräch über Sinn und Unsinn des Betens verwickelt.
Dabei musste ich wieder einmal feststellen, dass das Gebet wie eine Maschine
gesehen wird: Vorne das Kommando rein und hinten soll rauskommen was man
will.
Wenn man so denkt,
verstehe ich, dass man mit der Zeit aufhört zu beten. Warum dann beten
an den Betten von Todkranken, und Sterbende, warum beten mit Trauernden?
Warum beten für Menschen in Kriegen oder bei Katastrophen? Nur beten in
der Hoffnung, dass Gott, weil ich so schön bete, ein Wunder tut? Das Schreckliche
ungeschehen macht?
Für mich ist das
eine schaurige Vorstellung. Der Evangelist Johannes hilft hier, wenn er
davon schreibt, dass Jesus seine Jünger darauf hinweist, dass sie in seinem
Namen beten sollen. Wenn ich in Jesu Namen bitte, dann beachte ich, wie
er selbst gebetet hat. Zwei seiner für mich prägendsten Gebete fallen
mir dazu ein: Das Vater Unser und Jesu Gebet im Garten Gethsemane, das
da schließt: "Herr dein Wille geschehe und nicht meiner."
Die Gebete Jesu geben
mir Antwort darauf, was beten im Namen Jesu heißt. Es geht nicht darum,
dass mein Wille durch das Gebet erfüllt wird, sondern Gottes Wille ins
Blickfeld rückt in mir. Jesus tritt in seinen Gebeten in einen Dialog
mit Gott ein. Er nimmt Gott als Gegenüber wahr, ein Gegenüber zu dem er
mit seinen Sorgen und Nöten kommt, seiner ganzen Angst, weil er weiß,
dass in diesem Zwiegespräch die ganze Macht liegt. Es ist ihm bewusst,
dass es nicht der menschliche Wille ist, der in Erfüllung gehen soll,
sondern es ist eher die Klarheit des Herrn, die leuchtet, wenn wir beten.
Wir bringen vor Gott nichts Neues. Er weiß längst, wo uns der Schuh drückt,
was uns bewegt. Nicht er braucht unser Gebet, sondern wir brauchen den
Dialog mit Gott. Im Namen Jesu zu beten, heißt ihn sich zum Vorbild zu
machen und zu erkennen, dass Gott mein bestes Gegenüber ist. Dadurch können
wir den Mut haben den Wahrheiten unseres Lebens ins Gesicht zu schauen
und Kraft schöpfen die Spreu vom Weizen zu trennen, auf dass wir erkennen,
was gut und richtig ist.
Beten im Namen Jesu
heißt, wahrzunehmen, was Gottes Wille ist und Mut zu fassen, um den Weg
seines Willens zu gehen. Das löst selbst in der Not Freude aus, weil wir
Gott als den Liebenden erkennen und nicht als den, der uns durch Not und
Leid strafen will.
So habe ich es an
manchem Krankenbett empfunden, an manchem Sterbebett und auch bei ökumenischen
Friedensgebeten in unserer Stadt und weltweit. Ich konnte bei all den
Gebeten erkennen, dass er mitgeht in meinen und den weltweiten Höhen und
Tiefen. Ich spürte: Im Dialog mit Gott werden wir befähigt, Leid auszuhalten
und gleichzeitig gegen das Leid anzugehen, weil es erkannt wird als das
was es ist: Weltliche Schuld und nicht göttliches Wirken. So bewirkt das
Gebet Großes, denn mit unserem Gott können wir über Mauern springen.
Anne Salzbrenner,
Pfarrerin in Lichtenfels
Wir beten:
Liebender Gott, wir danken dir, dass du uns einlädst zum Gespräch mit
dir. Lass es uns nutzen, immer wieder neu, um deinen Willen zu erkennen.
Lass uns so gestärkt durch dich als unser Gegenüber neu ins Leben gehen.
Amen
Lied 642:
Wir strecken uns nach dir.
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