Das Leben beginnt: Christ
ist erstanden
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Foto: güs
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Das Leben beginnt:
Christ ist erstanden!
Der Tod ist besiegt:
Christ ist erstanden!
Das Leben beginnt.
Wir räumen die Trübsal
und Schatten beiseite
und tragen die Nachricht
unter die Leute:
Das Leben beginnt:
Christ ist erstanden!
Der Tod ist besiegt.
Die Freude ist groß:
Christ ist erstanden!
Wir halten sie fest:
Christ ist erstanden!
Die Freude ist groß.
O Herr, hilf daß wir
auch in unseren Tagen
den Menschen die Botschaft
der Hoffnung sagen.
Die Freude ist groß:
Christ ist erstanden!
Halleluja!
Hans-Martin Rauch
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Auferstehung geschieht mitten im Leben
Woran denken Sie bei
Ostern? - Therapeutische Qualität eines Festes
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epd-Bild/Schulze
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Woran denken Sie bei Ostern?",
so lautete eine der Fragen, die im vergangenen Jahr riesige Plakatwände
zierten. Als Lösungen wurden vier Antworten zum Ankreuzen vorgegeben.
Der Leser, ob an der Bushaltestelle oder auf dem Weg zum Einkauf, konnte
zwischen vier Variationen wählen: "Ferien", "Cholesterin", "Jesu Auferstehung"
oder "Langeweile mit der Familie". Mittlerweile ist es um die Umfrage
der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) recht ruhig geworden. Vielleicht,
weil die Passanten beim Vorübergehen dachten, das sei doch alles irgendwie
richtig. Oder, weil man von den Kirchen Antworten und Lebenshilfe statt
belangloses Rätselraten erwartet.
Vermarktetes Fest
Woran denken Menschen bei dem Wort
Ostern? Man braucht nur ab Februar in die Läden zu schauen, um zu erkennen,
was den gedankenverlorenen Geschäfte-Bummler finanziell fesseln soll.
Die Feier der Auferstehung Christi wird ja mittlerweile genauso vermarktet
wie das Weihnachtsfest. Heuer will man sogar mit "Happy Easter"-Kalendern
die nicht vorhandene Wartezeit aufs Osterfest versüßen. Tag für Tag wird
ein Türchen geöffnet, hinter dem sich ein Ei aus Schokolade verbirgt (die
zarteste Versuchung...). Damit wird die Zeit des Fastens endgültig ins
Abseits gedrängt. Doch immerhin, so unterstrich ein Pfarrer kürzlich in
einem Zeitungs-Interview: "Es ist besser, wenn kirchliche Feste vermarktet
werden als dass sie gänzlich aus dem Gedächtnis verschwinden."
Christlicher Feiertag
Woran also denken Christen an Ostern?
Um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen, ist es notwendig, das Ursprüngliche
und Eigentümliche dieses christlichen Feiertages wieder ins Gedächtnis
zu rücken. Eines der ältesten Zeugnisse dafür ist im 1. Korintherbrief
erhalten. Für den Apostel Paulus liegt die Wahrheit des Osterglaubens
im Erlebnis der Auferstehung Christi. Die Begegnung mit ihm verwandelt
Paulus zu einem völlig neuen Menschen. Aus dem Verfolger wird ein glühender
Verfechter der frohen Botschaft. Von nun an kann er nicht mehr ruhen,
ohne davon Zeugnis zu geben, dass die Geschichte Jesu - trotz des bitteren
Todes am Kreuz - weitergeht. Fortan ist überall dort, wo er wirkt, von
Auferstehung oder Auferweckung die Rede und vom Tod, der bei Gott eben
nicht das letzte Wort hat.
Vom Dunkel ins Licht
Wie können wir uns Ostern heute
vorstellen? Das Wort von Auferstehung bleibt den meisten wohl im Halse
stecken angesichts des Leids und der Ungerechtigkeit, mit dem sie tagtäglich
in den Medien oder auch im persönlichen Bereich konfrontiert werden. Der
Verlust des Arbeitsplatzes; eine Krankheit, die sämtliche Lebenshoffnung
im Keim erstickt; Ehefrauen und Kinder, die um einen gefallenen Soldaten
im Irak-Krieg weinen; ein Streit, der zur endgültigen Trennung zweier
Freunde führt. Wie kann hier Auferstehung geschehen, der Übergang vom
Dunkel ins Licht, der Zauber eines befreienden Neuanfangs? Und: Schenkt
die Bibel für solche Momente der Finsternis erhellende Lichtblicke?
Weizenkorn als Bild
Jesus gibt seinen Jüngern eine
Art Denk- und Verstehenshilfe mit auf den Weg. Er verwendet dazu das Bild
vom Weizenkorn, das in die Erde gesenkt wird, stirbt, danach neu wächst
und viel Frucht bringt (Johannes 12). Auf diese Weise versucht er, seinem
eigenen Tod am Kreuz eine Deutung zu geben: Ostern ist nicht ohne Karfreitag
denkbar. Auf seine Jünger übertragen heißt das: Sie müssen das Leben ganzheitlich
betrachten. Erfahrungen des Schmerzes und der Trauer dürfen nicht verdrängt
werden. "Tränen sind die Kehrseite des Lachens, Abschiede die Voraussetzung
für Kreativität und Neubeginn", so beschreibt es der Theologe und Diplom-Psychologe
Hans Gerhard Behringer in seinem Buch "Die Heilkraft der Feste". Zeiten
der Krise oder Krankheit können Menschen wieder zur Besinnung bringen.
Meist sind es Phasen des unfreiwilligen Anhaltens und der Unterbrechung
des Alltagstrottes, in denen man der Stille oder der Seele lauschen kann.
Wer solche Zeiten erlebt hat, geht häufig gestärkt und erneuert daraus
hervor.
Neuorientierung möglich
Ist Ostern demnach als "Auferstehung
- mitten im Leben" denkbar? Die Erfahrung des Paulus, aber auch das Bild
vom Weizenkorn lenken den Blick auf eine Art "therapeutischen Weg", den
das Ostergeschehen eröffnet: 1) Auferstehung bedeutet: Es kommt zu einer
Begegnung mit Jesus, dem lebendigen Wort Gottes. 2) Dieser Gotteskontakt
führt zu einem vertieften Verständnis persönlicher Krisenzeiten: Ins Dunkel
fällt Licht. 3) Es bahnt sich eine Neuorientierung oder ein Neuanfang
an: Saulus wird zum Paulus, der als Bote der frohen Botschaft viel Frucht
bringt.
Aufstehen aus Gefangenheiten
Wie diese Früchte heute aussehen?
Die Osterbotschaft ermutigt dazu, gemeinsam mit Jesus "aufzuerstehen"
aus den kalten Gräbern unserer Gefangenheiten, der Sach- oder Situationszwänge,
der Starre von Institutionen und Bürokratien. Ostern wagt den Aufstand
gegen Existenzbedrohungen jeglicher Art, gegen Leid und Verfolgung, Krieg
und unschuldiges Sterben, gegen den Sog der Zeit und in Beschlag nehmende
moderne Strömungen. Ostern geschieht dann, wenn Menschen sich nicht mit
dem Dunkel in der Welt abfinden, sondern dagegen aufstehen. So geht es
an Ostern gar nicht in erster Linie ums Denken, wie Plakatwände vermuten
lassen, sondern darum, von Gott berührt zu werden - mitten im Leben.
Günter Kusch
Hoffnung keimt zwischen den Steinen der Angst
Die
Frauen, die zum Grab Jesu gegangen waren, sahen auf und wurden gewahr,
dass der Stein abgewälzt war; denn er war sehr groß.
Markus
16, 4
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Foto:
Wodicka
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Als die Frauen in
der Dämmerung des anbrechenden Morgens unterwegs zum Grabe waren, da war
der, dem sie ihre letzten Liebeszeichen bringen wollten, längst im Neuen.
Nicht im dunklen Grab, sondern in der Lichtwelt Gottes. Im Leben, das
unzerstörbar ist. Mitten in der Nacht hat Gott gezeigt, dass er Gott ist.
Wie ganz am Anfang, als er vor Urzeiten in absolute Finsternis sein "Es
werde Licht" gesprochen hatte, so sprach er ins Dunkel der Grabeshöhle
erneut "Es werde Licht" und rief die neue Schöpfung ins Leben.
Aber noch sehen die
Frauen in Gedanken den riesigen Stein vor sich. Zentnerschwer. Je länger
sie nachdenken, desto schwerer wird er. Da war mehr begraben als nur ein
unschuldiger junger Mensch. Im dunklen Loch verschwunden schien die Hoffnung,
dass die Menschen die Liebe Gottes annehmen und darauf mit Liebe zu ihm
und zueinander antworten würden.
Mit ihm begraben
schien seine Botschaft, dass glücklich zu preisen sei, wer Frieden stiftet.
Dass der barmherzige Gott Barmherzigkeit der Menschen will. Dass Streben
nach Macht und Reichtum nichts nützt, wenn dabei die Seele Schaden nimmt.
Dass auch bei abgrundtiefer Verschiedenheit Versöhnung nötig und möglich
ist und dass sogar Feinde ein Recht auf Leben und Zuwendung haben. Weggeschlossen
seine Zusage, dass es Trost für Trauernde und Vergebung für Schuldige
gibt und dass man mitten in der Angst im Gottvertrauen doch getrost leben
darf. War das alles begraben und vergessen?
Die Frauen wussten,
dass ihre Kraft nicht ausreichen würde, an dem erschreckenden Tatbestand
etwas zu ändern. Der Stein war sehr groß, berichtet Markus. Er scheint
für menschliche Kraft und Anstrengung immer noch zu groß zu sein. Friede,
Versöhnungsbereitschaft, Liebe, Rücksichtnahme, Gottesfurcht und Gottvertrauen
- das alles scheint immer wieder eingesperrt in Finsternis. "Das kann
doch nicht alles gewesen sein", mögen die Frauen unterwegs zum Grabe voll
Trauer gedacht haben. Nein, es kann doch nicht alles gewesen sein, was
Gott mit Jesus in dieser Welt bis zum Karfreitag getan hat.
Als die Frauen am
Grab ankamen, mögen sie begonnen haben das Unvorstellbare zu ahnen: Gott
hat selber in die Hand genommen, was menschliche Trauer nicht ändern und
menschliches Vermögen nicht schaffen kann. Der Stein ist weggewälzt. "Er
ist nicht hier, wo sie ihn hingelegt haben". Manchmal haben auch wir nur
den schweren Stein vor Augen, der unsere Hoffnungen begraben hat und den
wir nicht bewegen können. Aber es ist Ostern. Das Fest des Auferstandenen.
Wenn wir es feiern, dann rechnen wir mit ihm. Weil Jesus Christus lebendig
ist, muss auch auferstehen, was er gesagt und gelebt hat. Dann darf man
sich nicht damit abfinden, dass menschliches Bemühen immer wieder in sich
zusammenbricht.
Schrecken des Krieges,
Bomben, Terror, Gewalt, Egoismus und Herzlosigkeit, Habgier und Neid haben
nach Ostern kein Lebensrecht. Zukunft hat nicht das Böse, sondern das,
wozu die Liebe Christi Menschenherzen bewegen will. Der Lebendige will
uns lebendig machen, dass wir dem Leben dienen und nicht dem Tod, den
guten Gedanken, nicht den bösen. Dass wir nicht Angst machen, sondern
Freude. Dass wir Friede ausbreiten statt Streit, Glaube statt Verzweiflung,
Zuversicht statt Resignation. Ostern ist doch Gottes Fest des Lebens.
Gotthart Preiser
Oberkirchenrat i.R., Haßfurt
Wir beten:
Guter Vater im Himmel, schenke uns den Glauben an deine den Tod überwindende
Macht und gib uns Anteil an der Lebenskraft des Auferstandenen, damit
auch wir dem Leben dienen. Amen.
Lied 99: Christ
ist erstanden
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