"Da sein, wenn es brennt"
Geschenke stehen nicht
im Mittelpunkt beim Patenamt
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Foto: idea-bild
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Es gibt wohl selten eine Aufgabe
in der Kirche, das soviel Unsicherheit auslöst, wie das Patenamt. Zum
einen werden hohe Anforderungen an die Personen gestellt, die ein solches
Amt übernehmen, zum anderen können oder wollen immer weniger Pate oder
Patin werden. In Bimbach, einem kleinen Dorf im unterfränkischen Steigerwalddekanat
Castell, haben wir uns umgehört.
Der Ortspfarrer ist selbst Pate
und weiß wovon er spricht. Wilfried Jugl sieht einen großen Unterschied
zwischen dem, was kirchlich gewünscht wird und der Wirklichkeit. Immer
mehr Paten haben keine kirchliche Bindung mehr, sagt er, "dabei sollen
sie zum christlichen Leben anleiten." In einer zunehmend säkularisierten
Welt durchaus nachvollziehbar. In seiner Gemeinde Bimbach und dem benachbarten
Brünnau halten sich die Menschen zwar noch zur Kirche, dennoch spürt auch
Jugl oft genug fragende Gesichter, wenn es bei Taufgesprächen um das Patenamt
geht. "Betet regelmäßig für euer Patenkind", empfiehlt er und spricht
vom eigenen "gehalten sein in Gott".
Welche Erfahrungen haben nun Patenkinder
mit ihren Paten gemacht? Wer die 12 bis 15-jährigen Präparanden und Konfirmanden
hört, spürt wenig von den hehren Zielen des kirchlichen Lebens. Da spielt
etwas anderes die entscheidende Rolle: "Ich bekomme mehr Geschenke", meint
Saskia (13) und Janine (12) zeigt stolz ihre schicke Armbanduhr: "Die
habe ich von meinem Patenonkel bekommen." Wird das Patenamt nur auf Geschenke
geben reduziert? Der 13-jährige Carsten, der kurz vor seiner Konfirmation
getauft wird, hat klare Vorstellungen von seinem Paten: "Der soll mich
gut behandeln und nicht meckern." Das sieht die 15-jährige Natascha ähnlich.
Auch sie wird erst getauft und dann konfirmiert. Ihre Patin soll ein Mensch
sein, "den ich mag." Geschenke seien nicht das entscheidende, meint sie.
Paten als Feuerwehr
Max aus Brünnau denkt auch an schlimme
Situationen: "Paten übernehmen die Erziehung, wenn meine Eltern sterben."
Das wünscht keiner, aber auch für Pfarrer Jugl steht fest, dass ein Pate
eine Art Feuerwehrfunktion sein soll: "Da sein, wenn es brennt." Das kann
passieren, wenn es Knatsch mit den Eltern gibt oder aber, wenn sich Wilfried
Jugl bei der Zimmersuche seines Patenkindes einschaltet, als dieser zu
Ausbildungszwecken von zu Hause auszog.
Regelmäßiger Kontakt
Patenamt als reiner Geschenkservice
lehnt die 41-jährige Ursula Pleuer ab. Der regelmäßige Kontakt sei ihr
wichtiger. Freunde aus der Großstadt haben sie "mehr im Vorbeigehen" gefragt,
ob sie Patin ihrer Tochter werden würde. Das habe sie abgelehnt, weil
sie mit dem Erziehungsstil der Eltern nicht zurecht komme. Ihr Mann hingegen
hat zugesagt, "weil in der Familie kaum mehr einer in der Kirche ist."
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Foto: Krüger
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Was es bedeutet, "in schweren Tagen"
für das Patenkind da zu sein, erfuhr Berta Hühsams am eigenen Leib. Die
Mutter ihrer Patentochter ist früh verstorben. "Da fühlte ich mich dem
Mädchen besonders verantwortlich", erzählt die 65-Jährige. Ihr Rat wurde
regelmäßig eingeholt und mit dem Vater "haben wir viele Fragen gemeinsam
besprochen." Für Richard Dornberger, einem gestandenen Rentner mit 65
Jahren und dreifachen Patenonkel, steht damit fest, was das entscheidende
Kriterium für die Übernahme eines solches Amtes ist: "Der Mensch muss
es mit dem Herzen machen und eine Beziehung aufbauen." Sein Patenkind
kommt immer noch zu ihm und holt sich den einen oder anderen Rat ab. Dem
kann Anita Reuther (54) nur zustimmen. Sie - heute selbst Patentante -
hatte als Kind "eine ganz tolle Patin" gehabt. Das versuche sie heute
auch zu leben.
Pate ein Leben lang
Damit wird etwas deutlich: Das
Patenamt bleibt einem ein Leben lang, aber große Geschenke machen enden
in der Regel bei der Konfirmation, wenn der Junge oder das Mädchen "kirchlich
erwachsen" geworden ist. Ein schöner Brauch ist es in manchen Familien,
wenn Patentante und Patenkind gemeinsam vor der Konfirmation zum Einkaufen
gehen, wie es Christel Paul praktiziert.
Worauf es ankommt, ist, das Patenamt
mit Leben zu füllen. Der Patenonkel von Pfarrerssohn Joachim lädt ihn
beispielsweise regelmäßig nach München ein und dann besuchen sie gemeinsam
ein Fußballspiel vom FC Bayern im Olympiastadion. Christel Pauls Patenkind
kommt regelmäßig nach Bimbach, um ihre Patentante zu besuchen. "Hier erlebt
sie ähnliche Abläufe wie in ihrer eigenen Familie", sagt sie und nennt
als Beispiel das gemeinsame Tischgebet. Patenkinder wissen das auch meist
zu schätzen.
In manchen Gemeinden ist der so
genannte Patendank fester Bestandteil. Am Konfirmationstag bekommt demnach
nicht nur das Patenkind ein besonderes Geschenk, auch der Pate wird umgekehrt
aus Dankbarkeit über die zurückliegende Zeit von seinem Schützling beschenkt.
Außerdem bekommen der Pate oder die Patin bei Familienfeiern stets einen
Ehrenplatz.
Reinhard Krüger
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Was Paten versprechen:
Bei der Taufe von (Name des
Kindes) haben Sie das Patenamt übernommen. Dabei wurden Sie gefragt:
"Wollen Sie diesem Kind ein guter Freund in guten und schweren Tagen
sein? Wollen Sie sich dafür einsetzen, dass ihr Patenkind erfährt,
dass Gott ihm nahe ist jeden Tag seines Lebens? Und wollen Sie dieses
Kind in ihr Gebet um Schutz und Segen vor Gott einbeziehen und es
so begleiten auf seinem Lebensweg, dann antworten Sie: Ja, mit Gottes
Hilfe."
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Jesus zieht als König der kleinen Leute ein
Als
am nächsten Tag die große Menge, die aufs Fest gekommen war, hörte, dass
Jesus nach Jerusalem käme, nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus ihm
entgegen und riefen: Hosianna! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des
Herrn, der König von Israel!
Johannes
12, 12-13
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Foto:
Eigenverlag
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Könige gibt es nur
noch in einigen Ländern. Aber viele Menschen - auch in anderen Staatsformen
- interessieren sich für Könige, zum Beispiel bei Hochzeiten, und haben
eine Vorstellung, wie ein König ist: ein König ist mächtig, er ist reich,
er wohnt in einem Schloss, er soll sein Volk schützen, er soll gerecht
sein.
All das erwarteten
die Menschen damals von Jesus. So nahmen sie Palmzweige und begrüßten
ihn wie einen siegreichen Herrscher. Sie riefen: "Hosianna! Gelobt sei,
der da kommt im Namen des Herrn, der König von Israel!" Damit drückten
sie die Erwartung aus, dass Jesus als messianischer König die fremden
Herren, die Römer, aus dem Lande jagt und dem Volk Israel Frieden und
Wohlstand bringt.
Wenn wir uns Jesus
ansehen, dann wirkt er gar nicht wie ein König. So reitet er nicht auf
dem königlichen Tier, einem Ross, sondern auf einem Esel, dem Reittier
der kleinen Leute. Er kommt also ohne militärische Macht. Jesus ist ein
eigenartiger König: er braucht keine Berater, er geht selber zu den Menschen
und erzählt ihnen, wie gut Gott ist. Er hat keine vornehme Gesellschaft
um sich; er kommt zu denen, die verachtet sind, und setzt sich mit Sündern
an einen Tisch. Er berührt Kranke und macht sie gesund, Schuldigen vergibt
er ihre Schuld. Von sich selber sagt er: "Ich bin nicht gekommen, um mir
dienen zu lassen, sondern um selber zu dienen und mein Leben als Lösegeld
zu geben." Ja, der Thron, auf dem er wenige Tage nach dem Einzug in Jerusalem
sitzen wird, ist ein Kreuz. Und über diesem Kreuz wird eine Aufschrift
stehen, die den Titel enthält, den ihm die Volksmenge zugerufen hat: Jesus
von Nazareth, König der Juden.
Warum nimmt Jesus
die ihm angetragene irdische Königswürde nicht an und verhält sich so
untypisch? Er liebt Gott, der ihn zu uns Menschen sandte, und er liebt
uns so sehr, dass er alle unsere Lasten auf sich nimmt und für uns stirbt.
Jesus ist durchaus ein König: ein König der Liebe.
Jeder König hat Menschen,
die er führt, schützt und regiert. Auch Jesus hat Menschen, die zu ihm
gehören. Das sind alle Christen; denn bei unserer Taufe hat er zu uns
gesagt: "Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein." Und nun
gehören wir zu seinem Volk. Doch im Unterschied zu anderen Königen will
Jesus keinen Zwang. Er bittet uns, dass wir ihm freiwillig folgen. So
fragt er uns persönlich: "Willst du, dass ich dein König bin? Dann lass
mich ein in dein Leben." Jesus möchte mein Leben erfüllen mit seiner Liebe.
Und wenn ich ihn bei mir einlasse, ihm mein Leben anvertraue, dann werde
ich reich beschenkt: bei ihm darf ich meine Lasten abladen, er schenkt
mir Vergebung und einen neuen Anfang, er kann meine Verletzungen heilen,
er kann Beziehungen neu gestalten, er gibt mir Geborgenheit und nimmt
mich auf in die große Gemeinschaft derer, die ihm vertrauen. Indem er
so liebevoll auf mich eingeht, bewirkt er Veränderungen, die durch äußeren
Zwang niemals möglich wären. Seine Liebe ist also nichts Schwächliches,
sie hat große Kraft. Sie kann meine innere Zerrissenheit heilen, mir Frieden
schenken und mich befähigen, Frieden zu stiften.
Jesus will unser
König sein: im persönlichen Leben, im Beruf, in der Familie, im politischen
Bereich. Er braucht Menschen, die sich ihm zur Verfügung stellen. Mit
solchen Menschen will er das Reich seiner Liebe ausbreiten.
Pfarrer Dr. Manfred
Kießig
Christusbruderschaft Selbitz
Wir beten:
Herr Jesus Christus, du König der Liebe: wir danken dir für deine Hingabe,
dein Verständnis und deine Güte und bitten dich: zieh ein in unser Leben,
durchdringe alle Bereiche mit deiner Liebe und mache uns zu Boten deines
Friedens. Amen.
Lied 9: Er
kommt zu uns geritten.
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