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Neuer liturgischer "Knigge"
gibt nützliche Tipps
Was unter dem Schottenrock steckt, ist dank eines Schlagers hinreichend bekannt: "Unter dem Schottenrock steckt gar nichts, da ist nichts und da war nichts...". Sicher ist: Unter dem Pfarrersrock - dem Talar - steckt mehr. Aber was eigentlich? Darf der Geistliche morgens, im Falle eines Weckerversagens schnell den Talar über den Schlafanzug werfen und in Pantoffeln zum Gottesdienst schlurfen? Wenn die Pfarrerin nach dem Abendgottesdienst eine Einladung hat, kann sie unter dem Talar ihr kleines Schwarzes mit Stöckelschuhen anziehen? Ist es in Ordnung, wenn der Pfarrer im Talar sich vor dem Gottesdienst noch eine Zigarette zur Beruhigung anzündet? Was ist erlaubt? Und wo ist die Schmerzgrenze? Liturgischer Knigge "Ganz feste Regeln gibt es da nicht", stellt Oberkirchenrat Hans Krech gleich mal klar. "Aber an bestimmte Vorgaben sollten sich Geistliche schon halten." Krech ist Referent für Gottesdienst bei der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (velkd) und mitverantwortlich für den Ergänzungsband zum Evangelischen Gottesdienstbuch, den die velkd zusammen mit der Evangelischen Kirche der Union (EKU) vor kurzem herausbrachte. Damit ist Krech auch Fachmann für Benimm-Regeln von Geistlichen. Denn zu dem Ergänzungsband gehört ein Kapitel mit dem Titel: Kleiner liturgischer "Knigge". Verhaltensregeln für Pfarrer sind nichts Neues. Bereits seit Jahrhunderten gibt es das. "Aber das alte Zeremoniale, wie die Verhaltensregeln in der Fachsprache heißen, waren von 1956", berichtet Krech "und damit aktualisierungsbedürftig". Eine Zeit lang sei es "in" gewesen, sich als Pfarrer sehr locker zu geben. Ein Spruch der 68er Studentenbewegung hieß: 'Gegen den Muff von tausend Jahren unter den Talaren.' "Das war natürlich vor allem inhaltlich gemeint, führte aber auch zu extrem legerem Verhalten." Die jetzt nachkommenden Pfarrergenerationen würden Verhaltensregeln wieder ernster nehmen, "aber ihnen fehlt oft die Orientierung". Jetzt können Pfarrer, Diakone und Laienprediger in den Liturgischen "Knigge" schauen und ihr Verhalten prüfen. Da wird deutlich, dass die eingangs gestellten Fragen alle mit einem klaren "Nein!" zu beantworten sind. "Schaftstiefel, extrem hohe Stöckelabsätze, Turnschuhe, Pantoffeln oder Freizeitsandalen sind tabu", ist da zu lesen. Vorbei also die Zeit, da Pfarrer in ausgelatschten Birkenstock-Sandalen Gottesdienst hielten. Eigene Haltung verdeutlichen "Die Kleidung unter dem liturgischen Gewand bringt die eigene Haltung zum Gottesdienst zum Ausdruck", meint Krech. Zu einem Fest gehe ja auch niemand in fleckigen Hosen und alten Turnschuhen. Schließlich sieht die Gemeinde den Pfarrer gelegentlich vor oder nach dem Gottesdienst, wenn er den Talar noch nicht angezogen oder bereits wieder abgelegt hat. "Und da macht es keinen besonders guten Eindruck, wenn er in kurzer Hose und T-Shirt die Kirche betritt oder verlässt." Der "Knigge" gibt außerdem Hinweise zum Verhalten im Gottesdienst, zum Beispiel heißt es da: "Ich trage nicht meine Handbibliothek unterm Arm." Oder "...die Kanzel ist keine Theke, kein Tresen, kein Autodach - also Dinge an die man sich bequem lehnen können würde". Der Prediger soll sich demnach stets bewusst sein, dass er sich in einer Kirche befindet und nicht als Privatperson dort ist. "Am Verhalten einesGeistlichen wird deutlich, wieviel Respekt er vor seinen Mitmenschen hat", sagt Krech. Nicht besonders angebracht ist es, die Uhr demonstrativ auf den Altar oder die Kanzel zu legen. "Das wirkt so, als könnte der Gottesdienst nicht schnell genug zu Ende gehen." Außerdem fordere das Tragen eines liturgischen Gewandes, dass sich der Prediger entsprechend bewegt. Also nicht quer durch den Altarraum hetzen oder gar rennen, sondern langsam gehen. Der "Knigge" empfiehlt weiter Mitfeiernde nicht mit "persönlichen Gerüchen/Ausdünstungen zu belästigen, wozu auch starke Parfums oder Deodorants gehören". Oberkirchenrat Krech betont: "Völlig undenkbar ist es, im Talar zu rauchen, Schnaps zu trinken oder jemanden zu schlagen und zu schimpfen." Gerade Letzteres sei gar nicht mal so selten - dass einem Pfarrer mal der Gaul durchgeht, wenn sich Konfirmanden nicht zu benehmen wissen. "Aber ihm muss klar sein, was er tut. Er soll sie ermahnen, sich aber nicht gehen lassen und 'rumschimpfen oder gar eine Ohrfeige verteilen." Im Falle von Pannen während des Gottesdienstes weiß der "Knigge" auch weiter: Segelt das Predigtskript von der Kanzel, könne der Pfarrer durchaus jemanden bitten es aufzuheben. Oder wurde etwas vergessen (zum Beispiel Trauringe, Abendmahlselemente) gibt es eine Unterbrechung. Der Pfarrer lässt die Dinge holen oder kümmert sich selbst darum, dann geht es weiter. Empfehlungen Alles in allem sind die Ratschläge im Liturgischen "Knigge" als Hilfe und Empfehlung zu verstehen. "Wenn sich ein Pfarrer anders verhält, wird er aber nicht gleich strafrechtlich verfolgt", scherzt Krech. Der "Knigge" sei mit einem Augenzwinkern geschrieben und auch so zu verstehen. "Was nicht heißt, das er nicht ernst gemeint ist." Bei der velkd sind bereits einige Reaktionen eingegangen. "Da meinten Gemeindevertreter, sie seien froh, dass sie nun etwas in der Hand haben, was sie ihrem Pfarrer mal unter die Nase halten könnten." Doch wirklich massive Beschwerden über Geistliche sind ihm deswegen noch nicht zu Ohren gekommen. Karin
Ilgenfritz
"Darum
werft euer Vertrauen nicht weg, denn es findet reichen Lohn. Ihr braucht aber
Geduld, damit ihr den Willen Gottes und die Verheißung empfangt... Wir aber gehören
nicht zu denen, die zurückweichen und verlorengehen, sondern zu denen, die glauben
und das Leben gewinnen." (Hebräer 10, 35-39)
Nach
dem Festessen stand der über 80-jährige Greis Yusuf Athman auf und wies auf eine
lange Reihe kostbarer in Leder gebundene Folianten. Es waren alte, wertvolle Kommentare
zum Koran. Er brauche sie nicht mehr, sagte der alte Mann, seit er von dem Propheten
Isa (muslimischer Name für Jesus) wisse. Nun biete er ihnen diese Schätze an,
sie könnten sie aufteilen und mitnehmen. "Damals waren sie mir viel wert", meinte
er. Zu jener Zeit hätte ich unter gar keinen Umständen eine Bibel angefasst. "Jetzt
aber bin ich Christ, ich halte mich an keinem anderen Buch mehr fest als an der
Bibel, also nehmt diese Bücher mit." "Aber wir brauchen doch dich so dringend,"
meinten seine Freunde. "Kein Mensch auf ganz Sansibar kennt sich so gut in der
Koranauslegung aus wie du! Kehre doch zurück! Komm doch, lass deinen Christusglauben!
Geh mit uns wieder in die Moschee!" Seine Antwort: "Das kann ich nicht!" Wir beten: Herr Jesus Christus, oft ist es mir eine Not, dass ich Dich nicht sehe oder fühle. Ich weiß auch, dass ich in Gefahr stehe, meinen Halt bei Dir, mein Standbein, zu verlieren. Bewahre mich davor, zurückzuweichen und hilf mir, im Vertrauen auf Dich zu wachsen, auch wenn ich Gegenwind spüre. Amen. Lied 157: Lass mich dein sein und bleiben. | ||||||||||||||
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