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Damit dem "Ja" viele Jahre
folgen
Zwei Menschen begegnen und verlieben
sich. Beide fühlen sich wie im Himmel auf Erden. Dann, nach einiger Zeit kommt
die Ernüchterung. Das Bild des "idealen Partners" beginnt zu bröckeln. Werte ansprechen Martina Beck, Eheberaterin im Diakonischen Werk in Weißenburg, kennt solche Beispiele zur Genüge. Sie rät dazu, die eigenen Werte auszusprechen, die einem wichtig sind, zum Beispiel: "Was bedeutet für mich ein ruhiger Umgangston?" Oft helfe auch die Frage nach dem Warum?: "Warum verhält sich der Andere so?" Im Falle von Frau M. stellte sich später heraus, dass der laute Ton in der Familie ihres Mannes zum "normalen" Umgang gehörte. Der Therapeutin zufolge neigen Frauen dazu, Wünsche zu umschreiben oder sie lassen sich gerne alles von den Augen ablesen. Männer dagegen seien eher die "Macher". Beispielsweise sitzt sie abends matt auf dem Sofa. Ein vorangegangenes Miss-verständnis lässt sie schmollen. Er fragt "Bist du müde?" und bietet ihr an, einen Kaffee zu kochen. Ihr Fehler dabei: Sie sagt nicht klar, was ihr missfällt und wartet darauf, dass er ihr Problem erkennt. "Klartext sprechen ist eine Grundvoraussetzung der Verständigung," so die Eheberaterin. Ständiger Lernprozess Wenn Paare
solche und ähnliche Situationen immer wieder erfolgreich meistern, lernen sie
sich mehr und mehr kennen und verstehen. "Daran kann eine Ehe wachsen," erklärt
Martina Beck. Und sie fügt hinzu: "Die Ehe sei ein stetiger Lernprozess und tägliches
Übungsfeld." Eine wesentliche Rolle dabei spiele auch, dass Charaktere oft verschieden
seien: "Nicht nur die eigene Sicht der Dinge darf ausschlaggebend sein" mahnt
Frau Beck. Zuhören, Nachgeben lernen und sich gegenseitig annehmen, stelle eine
weitere Grundvoraussetzung einer glücklichen Ehe dar. Es sei jedoch eine Frage
des Herzens, den Partner vorbehaltlos anzunehmen. "Sind die 'Wolken des siebten
Himmels' noch nicht verflogen, ist das der richtige Zeitpunkt mit der Arbeit an
der eigenen Partnerschaft zu beginnen; also so früh wie möglich," annimiert sie
junge Paare. Fachkundige Hilfe suchen "Sprecht darüber!" - dieser Rat ist Paaren schnell gegeben. Was aber, wenn ein Partner nicht gelernt hat sich auszudrücken und seine Gefühle zu beschreiben? Dann empfiehlt Stümpfle, eine Beratungsstelle aufzusuchen. "Außenstehende sind eher in der Lage Missverständnisse aufzuklären." Der erfahrene Berater verbindet Ehe mit einer Reise, die zur Odyssee werden kann, wenn das Paar sich nicht auch auf mögliche Veränderungen im beruflichen oder familiären Bereich einstellt. "Wenn man nicht aufhört, das alte zu tun, kann nichts Neues entstehen," beschreibt er es mit eigenen Worten. Das erste Kind stelle beispielsweise die bisherige Zweisamkeit auf den Kopf. Gerade dann sei eine Besinnung auf die gemeinsamen Bedürfnisse besonders wichtig. Spezielle Seminare Ein weiterer Tipp des Therapeuten: "Verständigung in der Ehe kann durch spezielle Seminare oder Trainings über einen begrenzten Zeitraum verbessert werden. Das kann die Ehe in Problemphasen stabilisieren. Damit auf das "Ja" bei der Trauung viele lebendige Ehejahre folgen. Ute Lang
In
diesen Tagen aber, als die Zahl der Jünger zunahm, erhob sich ein Murren unter
den griechischen Juden in der Gemeinde gegen die hebräischen, weil ihre Witwen
übersehen wurden bei der täglichen Versorgung. Da riefen die Zwölf die Menge der
Jünger zusammen und sprachen: Es ist nicht recht, dass wir für die Mahlzeiten
sorgen und darüber das Wort Gottes vernachlässigen. Darum, ihr lieben Brüder,
seht euch um nach sieben Männern in eurer Mitte, die einen guten Ruf haben und
voll heiligen Geistes und Weisheit sind, die wir bestellen wollen zu diesem Dienst.
Wir aber wollen ganz beim Gebet und beim Dienst des Wortes bleiben. Diese Männer
stellten sie vor die Apostel; die beteten und legten die Hände auf sie. Und das
Wort Gottes breitete sich aus, und die Zahl der Jünger wurde sehr groß in Jerusalem.
(Apostelgeschichte 6, 1-4.7)
Es ist das Jahr 1993 - der Referent für Ökumene und Junge Erwachsene im Amt für Jugendarbeit, Edgar Meyer, bietet ein Seminar anlässlich des Kirchentags in München an. Jugendliche aus der orthodoxen Kirche in der Tschechischen Republik sollen die evangelisch-lutherische Kirche in Bayern kennen lernen und danach den Kirchentag besuchen. Im Vorbereitungsteam überlegen wir, wie und wo die Jugendliche am besten den "Alltag" unserer Kirche erleben können, um neben dem bunt-schillernden, vielfältigen Kirchentagshappening noch einen anderen Eindruck vermitteln zu können. Schnell kommen wir davon weg, Alltag mit dem Besichtigen von Gebäuden darstellen zu wollen. Da entsteht die Idee: Lassen wir doch Menschen von ihrem Arbeits-Alltag in der Kirche erzählen. Menschen, die in und für die Kirche arbeiten. Das Team sammelt: Wie viele Berufe gibt es eigentlich in unserer Kirche? Wir kamen damals auf die Zahl Neun - neben dem Pfarrer, der Pfarrerin, die sich alle im Laufe des Seminars mit ihrer Arbeit vorstellten. (Kommen Sie auf mehr? Am Ende der Andacht zähle ich sie auf). Für die tschechischen Jugendlichen ergab sich eine völlig neue Sichtweise von Kirche: in der Tschechoslowakei gab es nur den Beruf des Geistlichen, jede andere Arbeit für die Kirche war verboten. Dabei ist dies eine uralte Tradition der Kirche - aus den Kindertagen der Kirche. In der Apostelgeschichte des Lukas wird von der Wahl von sieben "Armenpflegern" berichtet, die die Apostel unterstützen sollen. Es kommt zu einer Arbeitsaufteilung: die einen übernehmen die diakonische, praktische Arbeit, während die anderen sich ganz auf die Verkündigung konzentrieren können. Beide Dienste stehen gleichberechtigt nebeneinander, zu beiden Diensten werden die Menschen eingesegnet. Das macht einen bedeutenden Unterschied: genauso wie es beim Amt der Verkündigung nicht darum geht, dass da ein Mensch von der Kanzel ein moralisch-ethische Rede zur Besserung der Menschheit hält, sondern dass Gottes Wort verkündigt wird, geht es beim anderen Dienst nicht darum, dass irgendwie Sozialarbeit geleistet wird. Vielmehr wird auch hier Gottes Wort verkündigt - ganz praktisch. Und für diese Verkündigung braucht es einen Auftrag von dem, der da verkündigt wird - also eine Einsegnung. Leider blieb diese Einsegnung bei der immer weiteren Ausdifferenzierung der Berufe in der Kirche auf der Strecke. Hoffnungsvolle Ansätze gibt es wieder z.B. in der Diakonie in Neuendettelsau, die das Diakonat eingeführt hat. MitarbeiterInnen können sich nach einer Fortbildungsreihe, bei der sie über geistliche, theologische und diakonische Fragen nachdenken, zum Dienst einsegnen lassen. Bereits 1996 hatte ein Gutachten der theologischen Kammer der EKD das Diakonat als "geordnetes Amt der Kirche" beschrieben. Erste Schritte, um geistlich auch alle die anderen Mitarbeiterinnnen und Mitarbeiter stärker in das Blickfeld zu bekommen. Eine Vielfalt zu entdecken, die die Arbeit der Kirche ausmacht und eine Einheit zu finden, die im Auftrag der Kirche liegt: Menschen mit dem Wort Gottes vertraut zu machen und in die Nachfolge einzuladen. Welche Berufe wir damals auf dem Seminar hatten? Kirchenmusiker, Diakon, Sozialpädagogin, Religionspädagogin, Verwaltungsangestelte, Gemeindekrankenschwester, Dorfhelferin, Familienhelferin, Religionslehrer. Pfarrer Uwe Koß, Windsbach Wir beten: Gott, du rufst Menschen in Deine Nachfolge. Sei Du bei ihrem vielfältigen Dienst in der Kirche, stärke sie in ihrem Glauben und gib ihnen die Kraft, Dein Reich zu verkündigen. Amen. Lied 406: Bei dir Jesu will ich bleiben, stets in deinem Dienste stehn. | ||||||||||||||
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