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Auf die Frage, ob es eine typische Männerfrömmigkeit gibt, holt Werner Lauterbach, Landesgeschäftsführer des Evangelischen Männerwerkes Bayern (Nürnberg), weit aus. Er weist auf eine Studie hin, die vor gut drei Jahren von der Gemeinschaft der Katholischen Männer Deutschlands und der Männerarbeit der Evangelischen Kirche in Deutschland in Auftrag gegeben wurde. "Männerfrömmigkeit oder die Art, wie Männer ihren Glauben leben, hängt von vielen Faktoren ab", erklärt Lauterbach. Da ist zum Beispiel das Alter. Viele der Männer über 60 haben einen engeren kirchlichen Bezug als ihre jüngeren Geschlechtsgenossen. Auch die Erziehung prägt: Wer innerhalb der Familie den Glauben als Bestandteil des Lebens mitbekommen hat, der hat einen ganz anderen Bezug dazu als einer, der kaum davon gehört hat.
Neue und traditionelle Männer
"Zu beobachten ist, dass sich die Werte bei Männern leicht verschieben", berichtet Lauterbach. Allerdings nicht bei allen. Er spricht in Anlehnung an die Studie von "neuen" und "traditionellen" Männer.
Der Zugang zum Inneren, zu den eigenen Gefühlen, fällt dem Geschäftsführer zufolge, vielen Männern schwer. Sie zeigten - zumindest, was das Glaubensleben angeht - durch äußere Zeichen und Rituale, dass sie Christen sind. "Was das für sie bedeutet und wie sich Gottvertrauen anfühlt, können viele nicht oder nur schwer in Worte fassen." Statt über sich selbst, die eigene Situation und persönliche Probleme zu sprechen, diskutierten Männer lieber über sachliche Themen. In der Praxis macht Lauterbach aber immer häufiger die Erfahrung, dass es manchen Männern durchaus ein Bedürfnis ist, auch über Persönliches zu sprechen. "Wenn in einer Gruppe einer anfängt, von sich zu erzählen, ziehen die anderen oft nach und sind erleichtert, sich diesen Gedanken einmal von der Seele zu reden."
Immer wieder hätten Männer noch Bedenken, nicht wie ein Mann da zu stehen, wenn sie sich öffnen und solchen Themen Raum geben. "Wann ist ein Mann ein Mann?" - wie es in einem Lied Herbert Grönemeyers heißt - fragen sie sich. Auf ihren Glauben übertragen lautet die Frage dann "Wann glaubt ein Mann wie ein Mann?" Laut Studie - und gesundem Menschenverstand - ist die Gesellschaft an diesen Fragen und der Unsicherheit nicht ganz unschuldig. Gibt es doch ziemlich starre Vorstellungen davon, wie ein Mann zu sein hat: Er soll viel verkraften, arbeiten wie ein Tier und die Familie ernähren.
Ein roter Faden
"Religiosität gilt als etwas eher weibliches und wird Männern oder Jungs nicht anerzogen", begründet Volkskundlerin Andrea Thurnwald die geringe Religiosität bei Männern. Bei einer Umfrage hat auch sie festgestellt, dass der Glaube bei älteren Männern eine wichtigere Rolle spielt als bei jüngeren. Religiosität entwickle sich durch Vorbilder. "Aber viele Männer hatten im Bezug auf den Glauben keine männlichen Vorbilder, nur die Mutter oder die Oma." Wenn jedoch ein Mann gläubig sei und christliche Werte verinnerlicht habe, "dann zieht sich das durch sein Leben, wie ein roter Faden", beschreibt Thurnwald ihre Beobachtungen.
Karin Ilgenfritz
Foto: Wodicka
Sie kennen diesen Segen. Wie zu den Israeliten wird er auch zu uns am Ende des Gottesdienstes gesprochen. Der Segen wird uns zugesprochen als ein wirkendes Wort. Er begleitet uns in die Woche. Und das bedeutet: Gott begleitet uns mit liebevollem Blick, mit Nähe und Zuwendung.
Ich möchte diese Segensworte vergleichen mit einer Szene, die wohl jede und jeder schon erlebt oder beobachtet hat: Ein Kind liegt in seinem Wagen. Die Mutter beugt sich darüber und lächelt es an. Sofort erwidert das Kind Blick und Lächeln. Glücklich strahlen seine Augen. Es hat das Gesicht seiner Mutter leuchten sehen. Es weiß, dass sie ihm nahe und gut ist. Es hat gesehen: Sie schaut liebevoll auf mich, sie wendet sich mir zu, sie wird mich behüten und versorgen. Ich kann "zufrieden" sein, sie gibt mir Frieden.
Noch stärker wirkt das Gesicht der Mutter oder des Vaters, wenn ein Kind sich verlassen fühlt, wenn es Angst hat, vielleicht sogar weint: Kaum taucht das Gesicht der Eltern über ihm auf, beruhigt sich das Kind. Die Eltern sind da, es ist nicht allein. Es schnieft noch ein paar Mal, seufzt tief und findet Frieden.
Eine weitere Alltagsszene: Ein junger Mann steht mit anderen zusammen. Plötzlich leuchten seine Augen, sein Gesicht strahlt. Wer nun seinem Blick folgt, sieht seine Freundin auf ihn zukommen, und auch aus ihrem Gesicht leuchten Zuneigung und Liebe…
Kann ein Mensch - sei es ein Priester der Israeliten, eine christ-liche Pfarrerin, Eltern oder Paten - so Großes zusprechen wie diesen Segen? Ja, das dürfen wir: "So sollt ihr sagen, wenn ihr segnet." Die Kraft des Segens liegt ja nicht in
unseren menschlichen Fähigkeiten. Die Kraft des Segens liegt in Gott selbst. Er will segnen. Er will uns freundlich und liebevoll anschauen und über uns strahlen. Er will uns Frieden geben, Wohlbefinden und Heil. Dafür steht er mit seinem Namen: "Ich bin da. Ich werde sein, der ich sein werde." Gottes Namen sollen wir auf die Menschen legen, dass er sie segne.
Gottes Angesicht über sich leuchten sehen wie ein Kind das Gesicht seiner Mutter, - das wird kaum jemand mit irdischen Augen erkennen können. Aber seinen Namen über uns sprechen hören, das können wir. Wenn wir ihn hören, dann dürfen wir wissen:
Gott ist da, uns nahe, uns gut.
Pfarrerin Mechthild Bauer, Wir beten: Lied 570: Der Herr segne dich.
Foto: güs
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