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Außergewöhnliche Rolle
Steve Bornowski übernahm 1989 eine Vorreiterrolle. "Dass der Ehepartner einer Pfarrerin sich um Familie und Haushalt kümmert, war damals etwas Außergewöhnliches", erinnert er sich. Die ersten drei Jahre als Pfarrmann erlebte er als "harte Zeit". Waren sie doch gleich mit mehrfachen Veränderungen verbunden: Er gab seinen Beruf auf, ein zweites Kind kam zur Welt und seine Frau trat eine neue Stelle an.
Obwohl der Vater viel mit den Kindern zusammen ist, kann er die Mutter nicht ganz ersetzen. "Wenn wir beide zuhause sind, bin oft nicht ich, sondern meine Frau gefragt. Vor allem wenn es Wehwehchen bei den Kleinen gibt." Er sei als Pfarrmann nicht in der Lage, die traditionelle Pfarrfrauenrolle zu erfüllen. Auch in der Gemeinde könne er das nicht.
Der eigenen Berufstätigkeit trauert Pfarrmann Jörg Overmann nicht nach, der im drei Kilometer von Obermichelbach entfernten Wittelshofen wohnt. Schon seit sechs Jahren kümmert sich der Diplomingenieur für Maschinenbau um seine drei Töchter. Zuerst vier Jahre in München, wo seine Frau Barbara als Pfarrerin zur Anstellung arbeitete. Vor zwei Jahren übernahm sie dann die Pfarrstelle in Westmittelfranken.
Dem 40-Jährigen macht das Pfarrmann-Dasein Spaß. "Es ist das, was momentan für mich dran ist," sagt er und ergänzt: "Ich brauche für mein persönliches Ego keine Selbstverwirklichung im Beruf." Es gebe schließlich genug andere Sachen zu tun. Der frühere Mitarbeiter einer Turbinenfabrik hat neben den Verpflichtungen für die Kinder und das Haus seine Vorliebe für den Pfarrgarten entdeckt. Der etwa 1.000 Quadratmeter große Bereich hält ihn ganz schön auf Trab. Ob Sträucher schneiden oder Büsche pflanzen - langweilig wird es ihm nicht.
Ehrenamtliche Mitarbeit
Auch in der Kirchengemeinde hilft der 40-Jährige mit. Bei der Renovierung des Gemeindehauses war er mit von der Partie. Viele Stunden verbrachte er damit, das Gebäude neu anzustreichen. Wenn's um technische Fähigkeiten geht, ist er - ähnlich wie sein Obermichelbacher Kollege - oft gefragt.
Einen Brief möchte ich schreiben an dich, Maria aus Magdala, Fragen will ich dir stellen. Du kanntest Jesus doch recht gut. Mit ihm bist du unterwegs gewesen. Seine Jünger haben dich gekannt! Was mag das für ein Gefühl gewesen sein für dich, damals, als du vor dem auferstandenen Herrn standest? Hat nicht dein pochendes Herz dir schier die Brust zersprengt vor lauter Aufregung? Kein Zweifel, ER war von den Toten auferstanden!
Maria aus Magdala, du bist hingegangen und hast es den anderen gesagt, dass du den Meister lebendig gesehen hast. Sie glaubten es nicht. Wie mag es dir da ergangen sein? Du wusstest, dass es die Wahrheit war! Hast du mitbekommen, dass es zwei Männern von Euch nicht anders erging? Sie kamen von Jerusalem und waren auf dem Weg nach Emmaus. Da war ER auf einmal neben ihnen. Aber sie wussten das nicht. Sie diskutierten lange und wunderten sich, warum der Fremde so tat, als wisse er nichts von den jüngsten Ereignissen. Beim Essen erkannten sie ihn endlich, und gleich war er verschwunden. Die beiden kehrten sofort zurück nach Jerusalem. Doch die Jünger dort glaubten ihnen auch nicht. Es tut mir gut, dass der Auferstandene dann selber diesem Unglauben ein Ende setzte. Plötzlich war er mitten unter euch und tadelte alle, die nicht geglaubt hatten. Du warst doch dabei, Maria Magdalena? Aber Jesus versöhnt sich auch schnell, und ich freue mich, dass er euch dann losgeschickt hat, das Evangelium in alle Welt zu tragen. Vielleicht musstet ihr vorher beides erleben, die einen, dass sie nicht überzeugen konnten, die anderen, dass sie nicht glauben konnten. In seinem Auftrag an euch machte er deutlich, dass alle, die zum Glauben kommen und sich taufen lassen, gerettet werden. Mehr noch, dass man diese Glaubenden an Zeichen erkennen wird. Jesus hatte euch damit Macht gegeben, Wunder zu wirken. Ich finde das großartig, weil diese Fähigkeit über die Zeiten nicht verlorenging. So konnten über Jahrhunderte hinweg bis heute auf der ganzen Erde wahre Wunder erlebt werden. Ist es nicht bewundernswert, dass die Frohe Botschaft ihre Kreise gezogen hat und der Glaube auf der ganzen Erde gelebt wird? Vielleicht wird dich interessieren, Maria Magdalena, wie das heute, zweitausend Jahre nach deiner Lebenszeit, aussieht: Ich hatte das Glück, eine meiner Töchter in Afrika und in Amerika (das ist ein Erdteil, den ihr damals nicht kanntet) besuchen und dort jeweils Gottesdienste mitfeiern zu können. Vor drei Jahren war es in Afrika das Pfingstfest, vor einem Jahr in Amerika Ostern und der Weiße Sonntag. Beide Kirchen, die viele eurer Tagereisen voneinander entfernt sind, waren geschmückt mit weißen Lilien, an Ostern und am Sonntag danach, als Symbole für das Hinaustrompeten der Botschaft.
Es war sehr schön; ich habe gespürt, dass Gottes Wort angekommen ist. Das tut mir gut. Es bekräftigt mich, selbst den Glauben weiterzugeben, mit Zeichen, die mir möglich sind. Das kann sein: Zuhören, Verstehen, Schmerz mitempfinden, Trösten und Beten, Hoffnung wecken. Bestärken, dass wir allem gewachsen sind, durch den, der uns stark macht. Dann kann ich auch die Hand auf Kranke legen und glauben, dass es besser wird mit ihnen. Genau so, wie ihr es damals auch getan habt, liebe Maria Magdalena.
Anneliese Küspert Wir beten: Lied 558: "Ich hör die Botschaft: Jesus lebt!"
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