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Hier lesen Sie das Thema der Woche, das sich auf der Seite 3 der aktuellen Sonntagsblatt-Ausgabe befindet, und die wöchentliche Andacht. (Heft 5)

"Gesprächspartner für Bauern sein"

Landjugendpfarrer: Kirche soll sich für Erhalt der Landwirtschaft einsetzen

Thema 5 "Zur Zeit macht es wenig Spaß, in den Stall zu gehen", sagt Werner Käser. Denn immer schwinge die bange Frage mit "Was wäre, wenn ein Tier BSE hat?". Die Rinderkrankheit bereitet dem jungen Landwirt aus Oberhegenau (Landkreis Ansbach) schlaflose Nächte. "Wie sollen wir uns verhalten, wenn es uns erwischt?" Solche Fragen gehen dem 33-Jährigen, der mit seinem Vater den Hof bewirtschaftet, immer wieder durch den Kopf.
Schon jetzt spürt der Techniker für Landbau die Auswirkungen der Rinderseuche deutlich. "Mittlerweile muss man überhaupt froh sein, Schlachtvieh verkaufen zu können." Der Preis dafür sei aber um 40 Prozent gesunken. Bei den Kälbern gebe es noch größere finanzielle Einbußen. Sie erbrächten gerade mal die Hälfte des Erlöses, den sie vor wenigen Monaten erzielt hätten.

An Pranger gestellt

Noch etwas anderes belastet den Familienvater. Es ist das Gefühl, an den Pranger gestellt zu werden. "Wir Landwirte werden - extrem gesagt - als Verbrecher angesehen." Seine Frau sei schon schief angeschaut worden, "nur weil wir zuhause Rinder im Stall haben".
Von einer bedrückenden Stimmung in der Landwirtschaft spricht Pfarrer Ekkehard Aupperle (Unterampfrach/ Landkreis Ansbach) vom Bauernnotruf der evangelischen Landeskirche. "Es ist ein stilles, in sich gekehrtes Leiden, das bis an die Schmerzgrenze geht." Gegenwärtig stehe das Sorgentelefon für die Landwirtschaft, das er zusammen mit Ehrenamtlichen betreue, noch still. Aupperle rechnet aber damit, dass in nächster Zeit verstärkt Anrufe kommen: "Die Betroffenen melden sich erst, wenn die Schmerzgrenze überschritten ist."

Die gegenwärtige Absatzkrise bei Rindern verursacht einen beträchtlichen finanziellen Schaden in der Landwirtschaft. Ein mittlerer Betrieb hat nach Schätzungen von Landjugendpfarrer Günther Werner (Pappenheim) mit Einbußen von 40.000 bis 60.000 Mark zu rechnen. Werner spricht deshalb von "alarmierenden Zahlen". Die Kirche muss sich - so Werner - einsetzen für den Erhalt der Landwirtschaft. Denn Bauern erfüllten nicht nur eine wirtschaftliche Aufgabe, sondern sie kümmerten sich auch um die Landschaftspflege. "Viele Landwirte haben das Bewusstsein, im Einklang mit der Natur und in der Verantwortung für nachwachsende Generationen zu leben", betont der Landjugendpfarrer. Er rät den Pfarrerinnen und Pfarrern auf dem Land, nun verstärkt Landwirte zu besuchen und für sie Gesprächspartner zu sein: "Die Bauern brauchen jemand, der ihnen zuhört, um ihre Hilflosigkeit mitzutragen."

Ein Zeichen dafür hat Landesbischof Johannes Friedrich vor kurzem bei einem Besuch in Rothenburg ob der Tauber gesetzt. Nach einer Dekanatssynode fragte er spontan anwesende Landwirte, ob sie noch Zeit für ein Gespräch mit ihm hätten. Er wolle sich aus erster Hand über das Problem BSE informieren. So erzählten Bauern, wo ihnen der Schuh drückt. "Wir fühlen uns an den Pranger gestellt und können eigentlich nichts dafür", meinte einer. Ein anderer plädierte dafür, so schnell wie möglich die Forschung über die Rinderseuche voranzutreiben. Eine Landwirtin beklagte, dass die Namen der von BSE betroffenen Höfe gleich bekannt würden, die der beanstandeten Futtermittelhersteller aber nicht.

Über eine Stunde hörte der Bischof den Landwirten aufmerksam zu. Er versprach, in Gesprächen mit politisch Verantwortlichen auch das "Problem Futtermittelhersteller" anzusprechen. Außerdem wandte er sich "gegen Panikmache in Sachen BSE". Es müsse überlegt werden, wie die Diskussion hierüber normalisiert werden könnte. Friedrich konnte den anwesenden Bauern nicht konkret helfen. Das hatten sie wohl auch nicht erwartet. Für sie war entscheidend, dass sich der Bischof spätabends noch ausgiebig Zeit für sie nahm. "Der hört uns zu und nimmt sich unserer Probleme an", meinte ein Landwirt anschließend. Und er fügte hinzu: "Das tut gut."
Hätte Jungbauer Werner Käser an dem Gespräch teilgenommen, wäre er sicher damit zufrieden gewesen. Denn sein Anliegen, die Kirche solle zur Besonnenheit mahnen, stieß hier auf offene Ohren. Käser: "Das Risiko BSE ist nicht so hoch wie dargestellt: 24 betroffene Tiere kommen auf 15 Millionen Rinder in der Bundesrepublik." Das für Fleisch- und Wurstprodukte verwendete Muskelfleisch der Rinder gelte als unbedenklich.

Krise als Chance

So belastend die durch die Rinderseuche ausgelöste Krise in der Landwirtschaft ist, so stellt sie nach den Worten kirchlicher Fachleute auch eine Chance dar: Sie hilft, Schwachstellen (wie in der Futtermittelherstellung) zu erkennen und zu beseitigen. Deshalb steht eines jetzt schon fest. Es gibt zukünftig - auch für den Verbraucher - eine höhere Sicherheit als in der Vergangenheit.

Günter Saalfrank

Foto: güs

Gottes Licht leuchtet für uns

Da antwortete ihm das Volk: Wir haben gehört im Gesetz, dass der Christus ewiglich bleibe; und wie sagst du denn: Des Menschen Sohn muss erhöht werden? Wer ist dieser Menschensohn? Da sprach Jesus zu ihnen: Es ist das Licht noch eine kleine Zeit bei euch. Wandelt, solange ihr das Licht habt, damit euch die Finsternis nicht überfalle. Wer in der Finsternis wandelt, der weiß nicht, wo er hingeht. Glaubet an das Licht, solange ihr's habt, auf dass ihr des Lichtes Kinder werdet. Solches redete Jesus und ging weg und verbarg sich vor ihnen. Und ob er wohl solche Zeichen vor ihnen getan hatte, glaubten sie doch nicht an ihn; auf dass erfüllt würde der Spruch des Propheten Jesaja, den er sagte (Jes. 53, 1): "Herr, wer glaubt unserm Predigen? Und wem ist der Arm des Herrn offenbart?"
Johannes 12, 34-38

  Andacht 05

Seit Religionen bestehen, gibt es ein Bemühen darum, Menschen zum Glauben zu bringen. Damals wie heute scheint dies ein schwieriges Unterfangen: "Trotz aller Wunder, die er getan hatte, glaubten die Menschen nicht an ihn" (Vers 37). Warum aber fällt es den Menschen, damals wie heute, so schwer, an Gott zu glauben? Es liegt zum Beispiel daran, dass der Mensch frei sein möchte. Er will sein Leben selbst bestimmen und sich nicht von Gott und seinen Geboten vorschreiben lassen, wie er zu leben hat. Der Mensch verbindet mit Glaube oft etwas Unangenehmes, Unbequemes. Wir reden uns ein, dass uns der Weg mit Gott in eine Enge führt und wir dabei unfrei sind und Gott dienen müssten.

Aber wer will schon gerne anderen dienen? Lieber wollen wir bedient werden.
Das Problem liegt vermutlich darin, dass wir schlichtweg eine falsche Vorstellung von Gott haben. Wir empfinden Gott oft eher als eine Belastung als eine Hilfe. Aber Gott ist wie ein guter Freund. Mit einem guten Freund bin ich gerne zusammen, ich kann ihm meine Freuden und Sorgen anvertrauen und ich kann mich auf ihn verlassen. Aber auch umgekehrt: Ich bin bereit, für einen guten Freund einzustehen; wenn er mich braucht, bin ich für ihn da. Das macht mich im Grunde auch unfrei, aber ich empfinde es nicht so. Es ist mir sogar ein inneres Bedürfnis, meinem Freund zu helfen, denn ichhab ihn gern und möchte, dass es ihm gut geht.

Warum also sollte ich mich von einem guten Freund trennen, nur um meine eigene Sache in den Vordergrund zu stellen? Das wäre so, wie Christian Morgenstern es ausdrückt: "Wer Gott aufgibt, löscht die Sonne aus, um mit einer Laterne weiterzuwandeln." Gott ist das Licht und ohne Licht können wir nicht leben. Warum also die Sonne auslöschen, um mit einer Laterne weiterzugehen? Wir müssen begreifen, dass unser Weg mit Gott als unserem Freund an der Seite durch nichts zu ersetzen ist. Eine Laterne ist doch nur eine allzu törichte Alternative zur Sonne!

Wenn wir dies erkennen, dann haben wir Jesus als das Licht angenommen. Dann haben wir die frohe Botschaft erfahren und spüren, dass wir etwas gewinnen können, was über jeden nur erdenklich irdischen Wert weit hinaus geht.
Dann gehen wir den Weg Jesu mit, dann leben wir die Liebe und geben dem Mit-Menschen sein Recht und Gott die Ehre. Jesu Worte sind unsere Anweisungen zum Leben. Und wenn wir uns an sie halten, dann leben wir. Dabei mag es uns dann so gehen, wie ein unbekannter chinesischer Christ erzählt: "Ich sagte zu dem Engel, der an der Pforte zum neuen Jahr stand: Gib mir ein Licht, damit ich sicheren Fußes der Ungewissheit entgegen gehen kann! Aber er antwortete: Gehe nur hin in die Dunkelheit und lege deine Hand in die Hand Gottes! Das ist besser als ein Licht und sicherer als ein bekannter Weg."

Prädikantin Heidi Morgenstern-Beißer, Pleß

Wir beten:
Herr Jesus Christus, du bist das Licht der Welt. Behüte uns davor, dass wir uns von dir abwenden, dass wir egoistisch und selbstverliebt nicht mehr nach dir und deinem Worte suchen. Geh auf in unseren Herzen, jetzt und allezeit. Amen.

Lied 407: Stern, auf den ich schaue.

Foto: Wodicka

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