Stabsübergabe beim Weltgebetstag

Corinna Harbig und Vera Lamut
Corinna Harbig und Vera Lamut bereiten in Slowenien den Weltgebetstag vor. Foto: Borée

Slowenien übernimmt von Surinam die Vorbereitung der weltumgreifenden Frauengebete

Gerade hat sie noch Kokosnuss-Kekse gebacken. Nun knetet Vera Lamut schon einen Teig nach eigenem slowenischen Rezept. Die Slowenin hat den Weltgebetstag 2019 bereits jetzt genauso fest im Blick wie die Feier in dieser Woche. Den 2. März 2018 begehen die Frauen in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana, wie überall in der Welt, zu Surinam. Aber sie denken weiter.

"Ich bekomme eine Gänsehaut, wenn ich daran denke, dass sich bald Frauen weltweit mit Slowenien beschäftigen", so Vera Lamut. Im nächsten Jahr kommt der Weltgebetstag von ihnen aus Slowenien. Schon längst, bevor Frauen auf allen Kontinenten Surinam auf dem Globus suchten, hatten die Sloweninnen ihre Vorbereitungen für 2019 beendet.

Bereits Anfang 2016 begannen die Planungen der Frauen in Ljubljana, erklärt Corinna Harbig. Die Pfarrerin aus Deutschland lebt seit gut 20 Jahren in Slowenien. Sie gibt dort vor allem Deutschkurse am Goethe-Institut in der Hauptstadt Ljubljana. Lange betreute sie dort nebenher die deutschsprachige evangelische Auslandsgemeinde. Nun wird diese Arbeit leider nicht mehr von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) getragen.

Gleichzeitig engagiert sich Corinna Harbig schon lange in der internationalen Weltgebetstagsarbeit. Bis 2017 stand sie jahrelang als Präsidentin dem Exekutivbüro des Weltgebetstagskomitees vor. So wird nun mit Slowenien erstmals wieder ein europäisches Land im nächsten Jahr diese Feier ausrichten - nachdem Frauen von den Philippinen oder eben aus Surinam sie vorbereiteten.Vera Lamut leitete die Liturgie-Gruppe. Sie kommt aus einer katholischen Gemeinde Ljubljanas. Katholiken stellen mehr als die Hälfte der slowenischen Bevölkerung. Evangelische machen weniger als ein Prozent der Bevölkerung aus. Dennoch arbeiten Corinna Harbig und Vera Lamut schon seit Jahren für die Weltgebetstage ökumenisch zusammen.

"Aber es ist ein wenig mühsam, serbisch-orthodoxe Frauen für unsere Arbeit zu gewinnen", ergänzt Vera Lamut. Zu dieser Konfession bekennen sich nur rund drei Prozent der Bevölkerung. Doch sei es schwieriger, mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Nicht nur für ein so großes Projekt wie die Vorbereitung des Weltgebetstages für das eigene Land, sondern auch für die alljährliche Arbeit. Grundsätzlich seien die serbisch-orthodoxen Repräsentanten schon für die Weltgebetstagsarbeit, ergänzt Corinna Harbig. "Doch es kommen leider immer nur zwei oder drei Frauen" dieser Konfession.  

Eine Nachwirkung des Auseinanderdriftens Ex-Jugoslawiens in den 1990er Jahren? Slowenien, der nördlichste und wirtschaftlich erfolgreichste Nachfolgestaat, erlangte 1991 die Unabhängigkeit. Seit 2004 ist Slowenien Mitglied der EU. Und seit 2007 gilt der Euro im Land.

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