Anderen Mut machen, Liebe zu wagen

Tobias Zschöckner
Tobias Zschöckner gründete www.himmlisch-plaudern.de. Foto: Andreas Redekop

Zum Valentinstag: =>''Himmlisch-plaudern.de'' hilft Christen Kontakte zu knüpfen

Es war eine gute Führung! Da sind sich Albena Ilieva und Andreas Pohl sicher. Sie haben im vergangenen Sommer geheiratet. Das Besondere: Sie lernten sich über die christliche Partnerbörse www.himmlisch-plaudern.de kennen. Andreas Pohl aus Bad Neustadt/Saale hatte noch nicht einmal im Juli 2015 sein Profilbild bei der Partnerbörse hochgeladen - da kam der Kontakt bereits zustande.

"Ich war die erste Frau, die ihn kontaktierte", ergänzt Albena Ilieva. Sie war schon seit 2014 bei "Himmlisch-Plaudern" dabei. "Ich hatte zuvor schlechte Erfahrungen mit einer anderen Partnerbörse gemacht und war etwas skeptisch eingestellt." Insgesamt habe sie zehn Jahre gesucht. Beide hatten bereits eine Beziehung hinter sich.

Zuvor hatte sie bereits Kontakt zu anderen Männern in der Partnerbörse aufgenommen und teils auch persönlich getroffen. "Da hat man schon ein Gefühl, ob es passt." Beide sind etwa gleich alt, zu Beginn der 1970er Jahre geboren. Weiter fanden beide viele Gemeinsamkeiten, "was den Lebensstil und die Glaubensüberzeugungen betrifft". 

Andreas Pohl schaffte sich schleunigst wieder ein Auto an. Schließlich wohnte seine Zukünftige nicht gerade nebenan. Nein, sie lebte mit ihrem Kind in Trier. Die folgenden zwei Jahre pendelten sie zwischen Mosel und Saale. Und sie verbrachten die Wochenenden und Urlaube zusammen. Im vergangenen Juli heirateten sie. Und Andreas Pohl zog nach Trier. "Wir haben eine Familie verloren - und jetzt wieder gefunden." An der Mosel wollen sie aber keinesfalls "für die Ewigkeit bleiben". Nein, sie haben weitere Pläne für die Zukunft: Am liebsten wollen sie nach Südeuropa - nach Spanien oder Portugal - ziehen und sich mit einer eigenen Landwirtschaft selbst versorgen. Auch hier passen ihre Vorstellungen gut zusammen. Albena Ilieva lernt gerade Portugiesisch. Und Andreas Pohl lebte bereits längere Zeit in Portugal.

"Nutzt Gott das Internet?", fragt Tobias Zschöckner ein wenig provokativ. Er hat die Seite www.himmlisch-plaudern.de vor rund zehn Jahren gegründet - als Hobby. Jahrelang habe er das kostenfreie Angebot aus der eigenen Tasche finanziert. Nun läuft einige Werbung auf den Seiten. Doch reich werde er trotzdem nicht damit, so Zschöckner.

Der Aufbau der Seite sei auch aus eigenem Interesse heraus geschehen, gibt er zu. 2008 lebte und arbeitete er in Erlangen. Er war damals auf der Suche nach einer christlichen Partnerin. Doch das empfand er in einer Welt, in der die Religion für viele Menschen kaum noch eine Rolle spielt, als gar nicht so einfach. Der Ausweg: eine eigene Partnerbörse, die der Ingenieur in einem DAX-Konzern nun zusammen mit einem kleinen Team betreibt. 2010 war er selbst bei seiner Suche erfolgreich. Zwei Jahre später heiratete er und hat nun zwei Kinder mit seiner "Traumfrau".
Nach eigenen Angaben hat die Partnerbörse rund 43.000 Mitglieder. "Seit Herbst 2012 haben gut 4.000 ehemalige Mitglieder gemeldet über www.himmlisch-plaudern.de einen Partner gefunden zu haben", so Zschöckner. Gerade jetzt zum Valentinstag werden die Zahlen wohl steigen, so hofft er. Tausendfach versenden die Nutzer der Seiten ein digitales Lächeln. Das kostet zunächst nur einen Klick. Und dann? Dann darf man einen "Blumenstrauß" versenden. Das soll aber etwas Besonderes sein - erst wenn der andere zurück "gelächelt" hat.

Oft sind dies die ersten Formen der Kontaktaufnahme, bevor die zukünftigen Partner beginnen, sich gegenseitig etwas von sich zu erzählen. "Wenn es dann doch nicht passt, braucht man sich nicht wieder zu treffen." Zufällige Begegnungen, die etwa bei einem gemeinsamen Wohnort immer wieder geschehen können, lassen sich digital weitgehend ausschließen. Andererseits weiß man, so Albena Ilieva, dass das Gegenüber auch einen Partner sucht. Und man und frau kann gezielt nach Alter oder Wohnort suchen.

"Alle Funktionen der Seite sind kostenlos nutzbar. Das ist uns sehr wichtig, weil wir nicht die Einsamkeit von Christen ausnutzen wollen. Die Kosten der Seite werden durch Werbung getragen. Nur wenn es einem Nutzer wichtig ist, dass keine Werbung angezeigt wird, dann kann er für einen kleinen Betrag diese ausblenden."
Natürlich können sich Christen in Gemeinden oder überregionalen Veranstaltungen kennenlernen. "Was tut man, wenn in der eigenen Gemeinde nicht der richtige Partner zu finden ist? Wo und wie lernt man dann andere Christen kennen?", erklärt Tobias Zschöckner. Kirchentage fänden ja nur alle zwei Jahre statt. Es lässt sich nicht nur nach Partnerschaften, sondern auch nach Freundschaften suchen.

"In unseren Gemeinden gibt es nur wenig Männer", erklärt Albena Ilieva. "Es ist ja nicht möglich, von Gemeinde zu Gemeinde zu fahren. Bis in die nördlichsten Ecken Frankens wäre sie sicher ohne Internet und Partnerbörse nie gekommen. Doch: Auch auf diesen Seiten gibt es mehr Männer bei fast allen Altersgruppen.

"Auch wenn manche Christen behaupten, sich bei Partnerbörsen kennenlernen sei nicht christlich, weiß ich, dass es, zumindest in unserem Fall, nicht wirklich zutrifft", erklärt Albena Ilieva. "Ich bin überzeugt, dass uns der Herr zusammengeführt hat." Sie und ihr Mann sind sich sicher: "Dass wir uns getroffen haben, das war kein Zufall, das war Führung." Beide sprechen schon deshalb so offen über ihr Kennenlernen, um anderen Mut zu machen, es auf diese Weise auch einmal zu probieren."    

Mehr im Internet unter https://www.himmlisch-plaudern.de/christliche-partnersuche.html und Christliche-Partnersuche.de    

                     Susanne Borée


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