Zur Quelle des Lebens

Herta Dietrich
Herta Dietrich bei der Rothenburger Preisverleihung. Foto: Stadtmarketing Rothenburg

Christliches Jahrbuch vernetzt mit dem Kurzgeschichtenwettbewerb

Rothenburg o. d. T. Die Preisrichter waren sich einig: Klare Was macht ein Leben aus? Siegerin des Rothenburger Kurzgeschichtenwettbewerbs war Herta Dietrich. Sie blickt in eine dunkle Zeit zurück. Die Tauberstadt und Touristenmetropole erscheint als ein "Juwel der Düsternis" - aber auch als "eine Stadt wie eine Königin". Dort musste das "Kleine Mädchen" Abschied von ihrer Mutter nehmen. Wenige Augenblicke prägen ihr ganzes weiteres Leben und erfüllen sie mit unstillbarer Sehnsucht.

Als Redakteurin des Evangelischen Sonntagsblattes, Gestalterin des Jahrbuchs und gleichzeitig eine der Juroren des Rothenburger Kurzgeschichtenwettbewerbs ließ sich nun für mich die Chance dieser Vernetzung nutzen. Die Geschichte "Das kleine Mädchen" von Herta Dietrich findet sich jetzt auch im neuen Jahrbuch, das druckfrisch vorliegt. Zwei Seiten durchwebt nur ein Satz. Was jeden Artikel unentwirrbar machen würde, gelingt ihr in faszinierender sprachlicher Dichte. Sie berührt tief.

Herta Dietrich lebt seit 1990 in Bad Windsheim und arbeitet als medizinische Fachangestellte. Sie stammt aus Siebenbürgen und hat dort als Deutschlehrerin gearbeitet. Im vergangenen Jahr gewann sie unter 400 Autoren den fränkischen Kurzgeschichten-Wettbewerb der Nürnberger Nachrichten.

Weitere Ideen der Autoren

Durstig ist die Mutter nach einem Anruf ihrer Tochter. Aus allzu großem Eifer und falsch verstandener Fürsorge hat sie die Beziehung zu ihr zerstört. Diese Geschichte reichte Christa Wagner beim Rothenburger Kurzgeschichtenwettbewerb ein.

Auch sie bereichert nun das Jahrbuch. Denn sie hat ebenso fast zeitlose und überregionale Gültigkeit. Die pensionierte Schulleiterin Christa Wagner, 1954 geboren, lebt mit ihrer Familie in Sugenheim. Auch ihre Kurzgeschichten und Krimis wurden bereits mehrfach ausgezeichnet und veröffentlicht. 2016 erschien ihr Roman "Kindsraub".

Und Simone Rohn lässt eine betagt Frau im Rothenburger Burggarten zu Wort kommen. Es könnte genauso gut auf der Nürnberger Burg sein. Wesentlich ist, wie sich Vergangenheit und Gegenwart zu einem sprudelnden Wasserfall in ihren Gedanken vereinigt.

Unter der Jahreslosung 2018 "Ich will den Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst" (Offb. 21,6) haben sich auf 80 Seiten viele Geschichten, Gedichte und Bilder zusammengefunden. Sie weisen meditative Wege zur "Quelle des Lebens". Genauso nehmen sie Herausforderungen des Alltags oder des Jahresverlaufs auf und laden uns zum Nachdenken ein: Was macht ein Leben aus? Wie können wir unseren Durst löschen, wenn so viel lebendiges Wasser schon zerronnen ist?

Auch der vielfach preisgekrönte mittelfränkische Autor Horst Prosch ist im Christlichen Jahrbuch mit fünf ausdrucksstarken Geschichten sowie Fotos vertreten. Der Bilanzbuchhalter hat sich bereits seit 35 Jahren als Gegenmittel "die kreative Aneinanderreihung von Buchstaben verordnet". Er fühlt sich dem Jahrbuch schon seit vielen Jahren verbunden. Auch er verdichtet existentielle Fragen zu Kurzgeschichten oder Krimis.

Es ist immer wieder eine spannende Herausforderung, unter der Vielzahl der Texte und Fotos auszuwählen. Wie können sie am besten mit­einander in einen Dialog treten? ­Berührende Begegnungen und Gedanken verdichten sich allmählich zu einem Reigen, der das kommende Jahr bereichert. Nun können Sie ihn in den Händen halten.

Einen ersten Einblick in das  Jahrbuch 2018 erhalten Sie auch online unter

www. evangelisches-sonntagsblatt.de => "Jahrbuch 2018".

                      Susanne Borée